Streit um Bundes-Einfluss vor den Wahlen 2025 – Misstrauen wächst in Baden-Württemberg
Streit um Bundes-Einfluss vor den Wahlen 2025 – Misstrauen wächst in Baden-Württemberg
Ein kürzlich geführtes Telefonat zwischen Bundes- und Landeswahlbeamten hat vor den anstehenden Bundestagswahlen Besorgnis ausgelöst. Die routinemäßige Besprechung, die eigentlich der Abstimmung über Sicherheitsfragen und Wahlabläufe dienen sollte, wurde von Spannungen über die Einmischung der Bundesregierung in die Wahlprozesse überschattet. Einige Beamte hinterfragten den Zeitpunkt und die Motive des Kontakts, da landesweite Vorwahlen in Baden-Württemberg bereits in wenigen Tagen beginnen sollten.
An dem virtuellen Treffen nahmen Vertreter des Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security, DHS) sowie Landeswahlleiter teil. Eine zentrale Figur, die DHS-Beamtin Heather Honey, geriet wegen ihrer Verbindungen zu Gruppen in die Kritik, die die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 anzweifeln. Auf Nachfragen zur Speicherung von Wählerregistrierungsdaten im SAVE-System – einem Instrument zur Identifizierung von Nicht-Staatsbürgern – konnte sie keine klaren Antworten geben.
Honey versicherte den Teilnehmern, dass die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) im November nicht an Wahlstellen präsent sein werde, außer in Fällen akuter Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit. Doch ihre Aussage stieß auf Skepsis, insbesondere vor dem Hintergrund der gezielten Durchsetzungsmaßnahmen der Behörde in der Vergangenheit. Zudem warb sie für die Nutzung des SAVE-Systems, obwohl dieses in der Vergangenheit wiederholt falsche Treffer bei der Markierung potenzieller Nicht-Staatsbürger als Wähler verzeichnete.
Unterdessen hatte die Secretary of State von Maine, Shenna Bellows, zuvor eine bundesweite Bestätigung der Hoheitsrechte der Bundesstaaten über Wahlen angefordert – vergeblich. Die ausbleibende Antwort verstärkte die Unruhe unter Beamten, die ohnehin bereits misstrauisch gegenüber den Bestrebungen der Trump-Regierung nach stärkerer Bundeskontrolle waren. Der ehemalige Präsident Trump hatte wiederholt die "Verstaatlichung" von Wahlen gefordert – ein Vorhaben, das Kritiker als Angriff auf die Kompetenzen der Bundesstaaten werten.
Viele Landesbeamte kritisierten den späten Vorstoß der Bundesregierung als schlecht gewählt, angesichts der unmittelbar bevorstehenden Wahlen 2025. Die Besprechung, die eigentlich der Aktualisierung der Sicherheitsprotokolle dienen sollte, offenbarten stattdessen tiefe Gräben in der Frage der Wahlaufsicht.
Der Anruf hinterließ bei den Landesverwaltungen offene Fragen zur Datenhandhabung und zur Bundespräsenz an Wahlstellen. Mit den bereits laufenden Wahlen bleiben Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Wählerüberprüfungssysteme und der Gefahr kurzfristiger Störungen bestehen. Die Beamten stehen nun vor der Herausforderung, reibungslose Wahlen zu gewährleisten – während der Streit über die Rollenverteilung zwischen Bund und Ländern weitergeht.
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