Stau-Albtraum in Bayern: Warum Durchfahrtsverbote an A8 und A93 kaum wirken
Landrat im Rosenheimer Landkreis fordert Verwaltungsangestellte wie in Tirol - Stau-Albtraum in Bayern: Warum Durchfahrtsverbote an A8 und A93 kaum wirken
Die Frustration über die Durchsetzung von Durchfahrtsverboten in bayerischen Städten entlang der überlasteten Autobahnen A8 und A93 wächst. Otto Lederer, Landrat des Landkreises Rosenheim, fordert strengere Maßnahmen, um zu verhindern, dass Autofahrer die Autobahnen verlassen und lokale Straßen verstopfen. Seiner Meinung nach reichen die bisherigen Bemühungen, die sich allein auf Polizeikontrollen stützen, nicht aus, um das Problem zu lösen.
Lederer schlägt ein System vor, das dem in Tirol ähnelt, wo Verwaltungsmitarbeiter bei Staus den Verkehr mitsteuern. In Tirol gelten Ausfahrtsverbote bereits seit etwa sechs Jahren – mit spürbarem Erfolg: Allein im vergangenen Jahr wurden zwischen Mitte April und Anfang November über 516.000 Fahrzeuge zurück auf die Hauptrouten geleitet. Anders als in Bayern gelten diese Beschränkungen dort durchgehend, was die Kontrolle erleichtert.
In Bayern hingegen werden die Verbote erst bei Stau aktiviert, was die Arbeit der Beamten erschwert. Lederer wies zudem auf die Rolle von Navigations-Apps hin, die Autofahrer oft von der Autobahn leiten – ohne dass lokale Behörden Einfluss auf diese Empfehlungen nehmen könnten. Er regte deutlichere Hinweisschilder auf den Autobahnen vor wichtigen Ausfahrten an, um die Verbote zu unterstreichen.
Das bayerische Innenministerium entgegnete, dass nur die Polizei rechtlich befugt sei, den Verkehr zu regeln. Verwaltungsmitarbeiter, wie von Lederer vorgeschlagen, dürfen derzeit keine Anweisungen an Autofahrer erteilen. Zwar haben die Beamten in den letzten Monaten tausende Fahrzeuge zurück auf die Autobahnen geleitet, doch viele Anwohner kritisieren, dass die Kontrollen weiterhin unzureichend seien.
Die Diskussion darüber, wie die Belastung für die von Durchgangsverkehr betroffenen Gemeinden am besten verringert werden kann, hält an. Lederers Vorschläge – darunter bessere Beschilderung und zusätzliches Personal – zielen darauf ab, den Erfolg Tirols zu wiederholen. Bis auf Weiteres bleiben Polizeikontrollen jedoch die einzige rechtlich zulässige Methode zur Durchsetzung der Verbote in Bayern.
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