Merz stärkt Handelsbeziehungen zu China und fordert Pekings Rolle im Ukraine-Krieg
Vom Kaiserpalast zu High-Tech-Robotern: Merz beendet China-Besuch - Merz stärkt Handelsbeziehungen zu China und fordert Pekings Rolle im Ukraine-Krieg
Bundeskanzler Friedrich Merz hat einen vielbeachteten China-Besuch abgeschlossen, der sich auf Handel, Technologie und Diplomatie konzentrierte. Während der Reise traf er mit führenden chinesischen Politikern zusammen, besuchte wichtige Industrieanlagen und erlebte Demonstrationen modernster Robotik. Im Mittelpunkt standen zudem Bemühungen um eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie ein Appell an Peking, eine aktivere Rolle bei der Lösung des Ukraine-Konflikts einzunehmen.
Am ersten Tag führte Merz Gespräche mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang und Staatspräsident Xi Jinping. Beide Seiten bekräftigten ihr Engagement für die Stärkung der bilateralen Beziehungen. Später besuchte der Kanzler die Verbotene Stadt in Peking, begleitet von Dominic Hosner vom Deutschen Archäologischen Institut. Dort trug er sich mit einer persönlichen Notiz und einigen Versen von Schiller ins Gästebuch ein.
Ein weiterer Halt galt Unitree, einem führenden chinesischen Robotikunternehmen. Merz beobachtete humanoide Roboter, die Kung-Fu-Vorführungen absolvierten, und sah praktische Anwendungen – etwa beim Bewältigen von Küchenarbeiten, Wäschesammeln oder Inspektionen. Der Besuch unterstrich Chinas Fortschritte in den Bereichen Automatisierung und künstliche Intelligenz.
Im Pekinger Büro von Mercedes-Benz testete der Kanzler ein nahezu vollautonomes Modell der S-Klasse. Die Vorstellung zeigte den aktuellen Stand der Selbstfahrtechnologie. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch eines Siemens-Energy-Werks in Hangzhou, wo ein Joint Venture Hochspannungsschalter produziert. Die Station betonte das deutsche Interesse an einer Zusammenarbeit im Energiesektor.
Während der Reise gab Merz eine große chinesische Bestellung von bis zu 120 Airbus-Flugzeugen bekannt – ein wichtiger Auftrag für den europäischen Hersteller. Zugleich forderte er Peking auf, seinen Einfluss auf Moskau zu nutzen, um Russlands Krieg in der Ukraine zu beenden. Themen wie wirtschaftliche Fairness und die Verringerung des deutschen Handelsdefizits mit China prägten die Gespräche.
Die Reise festigte die Beziehungen zwischen Deutschland und China, wobei Abkommen in den Bereichen Luftfahrt und Technologie im Vordergrund standen. Merz' diplomatische Initiative für eine stärkere Einbindung Pekings in den Ukraine-Konflikt verlieh dem Besuch eine geopolitische Dimension. Die Ergebnisse dürften die künftige Handelspolitik und Zusammenarbeit beider Länder prägen.
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