Sachsens Schweinehalter kämpfen um Überleben – Minister kündigt Reformen an
Schweinezüchter fordern Unterstützung - Sachsens Schweinehalter kämpfen um Überleben – Minister kündigt Reformen an
Sachsens Schweinehalter drängen auf dringende Reformen, um ihre Branche zu retten. Seit 2015 ist die Zahl der Betriebe um über ein Drittel gesunken – sie warnen, dass strengere Rechte und steigende Kosten die heimische Schweinefleischproduktion bedrohen. Ein Treffen mit Agrarminister Georg-Ludwig von Breitenbuch hat nun den Weg für mögliche Änderungen geebnet.
Noch 2015 gab es in Sachsen etwa 1.800 Schweinehaltungsbetriebe. Bis 2023 war ihre Zahl auf rund 1.100 gesunken – ein Rückgang von über 35 Prozent. Die Landwirte machen vor allem verschärfte Regelungen wie die EU-Nitratrichtlinie und höhere Umweltauflagen für das massenhafte Ausscheiden aus dem Geschäft verantwortlich. Der Sächsische Bauernverband und andere Branchenvertreter überreichten von Breitenbuch kürzlich einen Gesetzes-Entwurf.
Die Schweinehalter verlangten ein einheitliches digitales System zur Erfassung von Produktionsdaten, um den bürokratischen Aufwand zu verringern. Zudem forderten sie klarere Herkunftskennzeichnungen, um den Absatz von heimischem Schweinefleisch zu stärken. Zwar seien sie bereit, in mehr Tierschutz, Klimaschutz und moderne Ställe zu investieren – doch ständige neue Vorgaben ohne wirtschaftliche Planungssicherheit machten das Überleben nahezu unmöglich, so ihre Argumentation.
Von Breitenbuch reagierte mit dem Versprechen, die Fleischkontrollgebühren zu halbieren und die Vorgaben für Tierhaltungsstätten anzupassen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen soll jedoch rund eine Million Euro kosten. Der Minister kündigte außerdem an, die Anliegen der Landwirte auf der kommenden Agrarministerkonferenz vorzubringen.
Die geplanten Reformen sollen den Druck auf Sachsens Schweinehalter mindern. Geringere Kontrollkosten und angepasste Stallvorschriften könnten die Betriebskosten senken, während die digitale Datenerfassung die Einhaltung von Regelungen erleichtern dürfte. Doch angesichts weiter sinkender Betriebszahlen wird der Erfolg dieser Schritte davon abhängen, wie schnell und wirksam sie umgesetzt werden.
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