Dubais Influencer zwischen Angst und Propaganda nach Irans Angriffen auf US-Basen

Finn Wolf
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Eine Karte der Vereinigten Arabischen Emirate mit der hervorhebenden Föderation von Südarabien, umgeben von beschreibendem Text.Finn Wolf

Dubais Influencer zwischen Angst und Propaganda nach Irans Angriffen auf US-Basen

Angriffe des Iran auf US-Stützpunkte in Dubai erschüttern das sorgfältig konstruierte Sicherheitsimage der Stadt

Die jüngsten Angriffe des Iran auf US-Militärbasen in Dubai haben das makellose Online-Image der Stadt als sicheres Paradies ins Wanken gebracht – ein Bild, das von Influencern lange gepflegt wurde. Viele von ihnen hatten Dubai als fehlerfreies Traumziel dargestellt, profitierten dabei von der Steuerfreiheit und lukrativen Kooperationen. Nun setzen strengere Regeln zur Verbreitung unbestätigter Nachrichten die Content-Strategien der Influencer zusätzlich unter Druck.

Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat vor der Verbreitung von Gerüchten gewarnt und droht mit harten Strafen für Verstöße. Als die Angriffe erstmals bekannt wurden, veröffentlichten einige Influencer panische Updates in den sozialen Medien – viele dieser Beiträge wurden kurz darauf wieder gelöscht, was Fragen nach möglicher Zensur aufwarf. Nach dem Recht der VAE kann die Verbreitung von Falschnachrichten mit bis zu einem Jahr Haft und einer Geldstrafe von 100.000 Dirham (rund 25.000 Euro) geahndet werden. Influencer riskieren zudem den Verlust ihrer offiziellen Influencer-Lizenz, die sie zur legalen Erstellung von Werbeinhalten berechtigt.

Shoura Hashemi von Amnesty International Österreich wirft Dubai vor, gezielt Influencer einzusetzen, um das Bild eines stabilen und sicheren Standorts zu festigen. Eine Untersuchung des ZDF aus dem Jahr 2021 ergab, dass lizenzierte Influencer Steuervergünstigungen erhalten, sofern sie die Stadt positiv darstellen. Allerdings gibt es keine genauen Zahlen darüber, wie viele Influencer beteiligt sind oder aus welchen Branchen sie stammen.

Trotz der angespannten Lage verteidigen viele Influencer Dubai öffentlich. Sie loben weiterhin die Führung des Emirats und betonen, sich sicher zu fühlen. Gerhard Strasser, ein in Dubai lebender deutscher Expats, der Influencern bei der Unternehmensgründung hilft, bestreitet, dass deutsche Content-Creator expliziten Einschränkungen unterlägen. Dennoch könnten die Drohung mit rechtlichen Konsequenzen und die Angst vor Privilegienverlust viele zu Selbstzensur veranlassen.

Die harte Haltung der VAE gegenüber unbestätigten Informationen stellt Influencer vor ein Dilemma. Während einige ihre Unterstützung für Dubai noch verstärken, zögern andere, Inhalte zu teilen, die als alarmierend oder kritisch interpretiert werden könnten.

Die Angriffe haben die Gratwanderung offenbart, vor der Influencer stehen: Sie müssen ihre Online-Persönlichkeit mit den strengen Mediengesetzen Dubais in Einklang bringen. Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert Geldstrafen, Haft oder den Entzug der Lizenz. Gleichzeitig gerät der Ruf Dubais als sicherer Hort für Content-Creator zunehmend unter die Lupe.

Viele Influencer werben weiterhin für Dubai als sicheren Standort – doch die jüngsten Ereignisse haben wie nie zuvor die Zwänge sichtbar gemacht, unter denen sie stehen.

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