Kenyas Minister vernachlässigen Pflichten für Wahlkampf – Verfassung gebrochen
Kenyas Minister vernachlässigen Pflichten für Wahlkampf – Verfassung gebrochen
Kenias Regierung steht in der Kritik, weil ihre Minister ihre Pflichten vernachlässigen, um stattdessen in Wahlkampagnen für Präsident Uhuru Kenyatta zu engagieren. Während die Bundesregierung eigentlich den Staatshaushalt finalisieren sollte, haben einige Minister politische Treffen abgehalten und Unterstützung für die Wiederwahl des Präsidenten mobilisiert. Dieser Kurswechsel wirft Fragen nach dem Zusammenbruch grundlegender öffentlicher Dienstleistungen und Verstößen gegen verfassungsrechtliche Vorgaben auf.
Präsident Kenyatta und Vizepräsident William Ruto hatten 2013 versprochen, politisch neutrale Fachleute als Kabinettsminister zu berufen. Die Verfassung verbietet in Artikel 77(2) ausdrücklich, dass Staatsbedienstete – darunter auch Minister – Parteämter bekleiden. Dennoch haben in den letzten Monaten mehrere Minister wie Aden Duale, Hassan Joho und Geoffrey Ruku offen für die Wiederwahl des Präsidenten Wahlkampf betrieben.
Minister John Mbadi empfing kürzlich während der entscheidenden Haushaltsberatungen sogar Älteste der Luo-Gemeinschaft in seinem Büro – ein weiteres Beispiel für die zunehmende Vermischung von Regierungsarbeit und Parteipolitik. Beobachter warnen, dass diese politische Einmischung zu vernachlässigten Aufgaben führt, insbesondere in Bereichen wie Gesundheitswesen und Landwirtschaft. Berichten zufolge sterben Bürger an vermeidbaren Ursachen wie Hunger und Krankheiten, weil grundlegende Dienstleistungen nicht mehr zuverlässig erbracht werden.
Kapitel Sechs der Verfassung verlangt von Ministern als Staatsbediensteten (Artikel 260) politische Neutralität. Doch seit die Regierung 2023 wieder politisch aktiv wurde, sehen sich zwei ehemalige Minister – Justin Muturi und Aden Duale – mit öffentlicher Kritik für ihre Rolle in früheren Wahlkämpfen konfrontiert. Kritiker betonen, dass Minister nicht gleichzeitig der Verfassung und parteipolitischen Interessen dienen können.
Rechtsexperten argumentieren, dass Minister, die gegen diese Regeln verstoßen, mit einem Amtsenthebungsverfahren durch das Parlament oder einer Entlassung durch den Präsidenten rechnen müssen. Die anhaltende Politisierung ihrer Ämter hat bereits die öffentlichen Dienstleistungen geschwächt – mit spürbaren Folgen für die einfache Bevölkerung. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die weitere Aushöhlung verfassungsmäßiger Grenzen die Regierungsfähigkeit und Dienstleistungsqualität zusätzlich destabilisieren.
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