09 March 2026, 06:05

Betriebsratswahlen bei Volkswagen: 60.000 Mitarbeiter entscheiden über die Zukunft der E-Mobilität

Eine Frau in einem schwarzen und weißen Kleid steht vor einem Zaun mit einem Zitat über Frauenunternehmertum, mit Bäumen, Fahrzeugen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Die mächtigste Frau bei Volkswagen: Wer ist Daniela Cavallo? - Betriebsratswahlen bei Volkswagen: 60.000 Mitarbeiter entscheiden über die Zukunft der E-Mobilität

Betriebsratswahlen 2023 im VW-Werk Wolfsburg: 60.000 Beschäftigte stimmen über 67 Sitze ab

Die Betriebsratswahlen 2023 im Volkswagen-Werk Wolfsburg haben begonnen. Rund 60.000 Mitarbeiter:innen sind aufgerufen, die 67 Sitze im Gremium neu zu besetzen. Daniela Cavallo, die amtierende Vorsitzende und Leiterin des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, kandidiert nach fünf Jahren im Amt für eine weitere Amtszeit. Ihre Führung stößt auf sowohl Zustimmung als auch Kritik, während das Werk tiefgreifende Produktionsumstellungen bewältigt.

Cavallo wuchs als Kind eines Gastarbeiters in Wolfsburg auf und beschreibt ihren Werdegang oft als gelungene Integrationsgeschichte. Heute führt sie Verhandlungen in einer entscheidenden Phase für Volkswagen: Der Konzern stellt sich vom Verbrennungsmotor auf die Elektromobilität um. Die Produktion des Golf mit Verbrennungsmotor läuft Ende 2027 aus, während der rein elektrisch angetriebene Golf 9 bis Ende des Jahrzehnts erwartet wird.

Seit 2020 vollzieht Volkswagen den Wandel weg von klassischen Modellen. Der 2019 vorgestellte Golf 8 mit Mild-Hybrid-Technik wurde ab 2020 in Wolfsburg gefertigt. 2024 nahm das erweiterte Werk Dresden die Produktion des vollelektrischen ID.2all auf – gesehen als Nachfolger des Golf. Das Werk umfasst nun auch eine Batteriezellenfabrik. Gleichzeitig steigerte der Standort Zwickau die Produktion der Modelle ID.3 und ID.4 und reduzierte damit die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor. Weitere batteriefokussierte Standorte sind in Deutschland geplant, darunter eine Erweiterung in Sagunto (Spanien) bis 2026.

Unterstützer:innen wie Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall, loben Cavallos strategisches Vorgehen, das Arbeitsplätze während des Umbruchs sichert. Olaf Lies, der sozialdemokratische Ministerpräsident Niedersachsens, nennt sie eine "klare und entschlossene Fürsprecherin" der Belegschaft. Kritiker:innen werfen ihr hingegen vor, dass die von ihr und der IG Metall geführten Verhandlungen zu viele Zugeständnisse brachten – etwa Stellenabbau und Werksschließungen.

Bei der diesjährigen Wahl treten sechs Kandidat:innenlisten und eine unabhängige Person an. Das Ergebnis wird mitbestimmen, wie sich die Belegschaft an die neue Produktionsstrategie des Konzerns anpasst.

Die Wahlentscheidung wird zeigen, ob Cavallo ihre Führungsrolle behält, während Volkswagen am größten Standort des Konzerns die Wende zur E-Mobilität einleitet. Angesichts der bevorstehenden Veränderungen kommt dem neuen Betriebsrat eine Schlüsselrolle zu, um den Wandel für Zehntausende Beschäftigte zu gestalten. Die Abstimmung spiegelt dabei auch die größeren Debatten um Arbeitsplatzsicherheit und industriellen Strukturwandel in der deutschen Automobilbranche wider.

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