Berliner Bezirke trotzen Senatsverbot und retten die Kaffeewette für Obdachlose
Kaffee-Wette untersagt - Bezirke wollen handeln - Berliner Bezirke trotzen Senatsverbot und retten die Kaffeewette für Obdachlose
Berlins Bezirke wehren sich gegen Senatsverbot der jährlichen Kaffeewette
Die Berliner Bezirke lehnen sich gegen ein Verbot des Senats für die jährliche Wohltätigkeitsaktion Kaffeewette auf, bei der Kaffeepakete für Obdachlose gesammelt werden. Die Initiative war aus rechtlichen Bedenken wegen möglicher Vorteilsannahme gestoppt worden. Trotz des Beschlusses haben sich die meisten Bezirke verpflichtet, die Aktion 2026 fortzuführen.
Streitpunkt ist ein System, das Bezirken zusätzliche Mittel zusichert, wenn sie genug Spenden sammeln. Veranstalter und lokale Verantwortliche kritisieren die Entscheidung als ungerecht gegenüber den vielen Ehrenamtlichen und beteiligten Unternehmen.
Die Kaffeewette startete 2019 in Neukölln als Unterstützung für die Obdachlosenhilfe im Winter. Nach den Regeln erhalten Bezirke, die mindestens 500 Kaffeepakete sammeln, zusätzlich 2.500 Euro für lokale Straßenhilfeprogramme. Die Kampagne 2026 sollte vom 19. Januar bis 5. Februar laufen – mit Teilnahme aller Bezirke außer Friedrichshain-Kreuzberg.
Die Senatskanzlei blockierte die Aktion mit der Begründung, sie könnte den Verdacht auf Vorteilsgewährung oder Bestechlichkeit wecken. Die Entscheidung löste Proteste bei Bezirksbürgermeister:innen aus, darunter dem von Neukölln, der sie als „Schlag ins Gesicht“ für engagierte Helfer:innen und Sponsoren bezeichnete. Mehrere Unternehmenspartner zogen daraufhin ihre Unterstützung zurück. Trotz des Verbots führen Bezirke wie Neukölln, Reinickendorf, Tempelhof-Schöneberg und Lichtenberg die Sammlung weiter. Die Bezirksverantwortlichen – Michael Lind, Ralf Oelmann, Hasan Ilter und Mike Baer – haben jeweils 2.500 Euro für die lokale Straßenhilfe zugesagt, falls das 500-Pakete-Ziel erreicht wird. Berlins Regierender Bürgermeister unterstützte unterdessen öffentlich den Fokus der Kampagne auf Solidarität und bürgerschaftliches Engagement.
Die Kaffeewette wird in den meisten Bezirken stattfinden – wenn auch ohne offizielle Senatsgenehmigung. Da sich Unternehmenssponsoren zurückgezogen haben, sind die Organisator:innen auf lokale Spenden und öffentliche Unterstützung angewiesen. Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen städtischen Vorschriften und bezirklichen Wohltätigkeitsinitiativen.
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