Warum deutsche Unternehmen trotz Sanktionen in Russland bleiben

Deutsche Unternehmen wollen trotz Sanktionen in Russland bleiben - Warum deutsche Unternehmen trotz Sanktionen in Russland bleiben
Deutsche Unternehmen bleiben trotz westlicher Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts tief in Russland engagiert. Mehr als 2.000 Firmen führen dort weiterhin Geschäfte – die größte ausländische Präsenz im Land. Viele fürchten finanzielle Verluste bei einem Rückzug, obwohl die wirtschaftliche Unsicherheit wächst.
Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer, die 750 Mitglieder vertritt, ist die größte ausländische Wirtschaftsvereinigung in Russland. Sie unterstützt über 2.000 deutsche Unternehmen, die noch immer auf dem russischen Markt aktiv sind. Diese Firmen halten Vermögenswerte von mehr als 100 Milliarden Euro, doch aufgrund von Transferbeschränkungen bleiben die Gewinne zunehmend im Land gefangen.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur 4 Prozent der deutschen Unternehmen einen Abzug planen. Mehr als die Hälfte ist überzeugt, dass die Sanktionen Deutschland stärker schaden als Russland. Gleichzeitig rechnen jedoch über 50 Prozent mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Russland im kommenden Jahr.
In bestimmten Branchen herrscht dennoch Optimismus. Besonders in der IT- und Telekommunikationsbranche, der Pharmaindustrie und der Landwirtschaft wird mit Wachstum gerechnet. Viele Unternehmen betrachten Russland trotz der Risiken weiterhin als strategisch wichtig.
Deutsche Firmen bleiben in Russland, um langfristige Investitionen zu schützen. Ihre Präsenz ist nach wie vor die stärkste aller ausländischen Nationen – trotz Sanktionen und wirtschaftlicher Herausforderungen. Die Entscheidung, im Land zu bleiben, spiegelt sowohl die finanziellen Verflechtungen als auch das anhaltende Marktpotenzial wider.



