Nürnberger Zoo feiert Pavian-Nachwuchs trotz Keulungs-Skandal und Ermittlungen

Admin User
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Affen sitzen in einem Käfig.

Baby Paviane in Nürnberg - Euthanasie bleibt eine Option - Nürnberger Zoo feiert Pavian-Nachwuchs trotz Keulungs-Skandal und Ermittlungen

Nürnberg Zoo begrüßt Baby-Pavian – nur Monate nach umstrittenem Keulungs-Skandal

Der Nürnberger Zoo hat Nachwuchs bei seinen Pavianen: Ein Jungtier kam am 30. November 2022 zur Welt – mitten in laufende juristische Auseinandersetzungen und öffentliche Empörung über die Tötung von zwölf Tieren im vergangenen Sommer. Nach der umstrittenen Maßnahme hagelte es wütende Reaktionen; nun prüfen die Behörden Strafanzeigen und Drohungen gegen Mitarbeiter des Zoos.

Im Juli 2022 hatte der Zoo zwölf Guinea-Paviane euthanasiert, mit der Begründung, die Gruppe sei nach gescheiterten Umsiedlungsversuchen überbevölkert gewesen. Die Entscheidung löste einen Shitstorm in sozialen Medien aus, bei dem einige Nutzer sogar Todesdrohungen gegen Zoomitglieder äußerten. Die Polizei ermittelt seitdem wegen dieser Vorfälle.

Tierschutzorganisationen erstatteten Strafanzeige und argumentieren, die Tötungen seien rechtswidrig gewesen. Bisher wurde jedoch keine konkrete Organisation als Anklägerin öffentlich genannt. Der Zoo betont, dass Keulungen nur das letzte Mittel seien, und will abwarten, bis die rechtliche Prüfung abgeschlossen ist, bevor weitere Schritte erfolgen. Trotz der Kontroverse führt der Zoo sein Zuchtprogramm fort. Seit 2018 verzichtet er auf Verhütungsmittel für die Tiere, nachdem Nebenwirkungen aufgetreten waren. Die Verantwortlichen unterstreichen ihr Engagement für den Artenschutz und verweisen auf genetische Probleme sowie Gesundheitsrisiken bei wildlebenden Populationen, deren Bestand in den letzten 30 Jahren schätzungsweise um 20 Prozent geschrumpft ist. Die jüngste Geburt markiert einen Neuanfang für die Paviangruppe im Zoo – doch die Debatte über Populationsmanagement und Tierschutzstandards bleibt bestehen.

Während der Zoo weiterhin unter rechtlicher und öffentlicher Beobachtung steht, bleibt der Erhalt der bedrohlichen Bestände der Guinea-Paviane in freier Wildbahn Priorität. Die nächsten Schritte des Zoos hängen nun von den Ergebnissen der strafrechtlichen Ermittlungen und laufenden Tierschutzbewertungen ab.

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