Vier Kandidaten im Rennen um das UN-Spitzenamt 2026 – wer kann die gespaltene Welt einen?
Sebastian VoigtVier Kandidaten im Rennen um das UN-Spitzenamt 2026 – wer kann die gespaltene Welt einen?
Das Rennen um den nächsten UN-Generalsekretär hat begonnen: Vier Kandidaten stellen sich in dieser Woche den Fragen der Botschafter. Die Wahl 2026 findet zu einer Zeit statt, in der die Fähigkeit der Organisation, den weltweiten Frieden zu wahren, deutlich geschwächt ist. Die Konflikte in der Ukraine, in Gaza und im Iran haben tiefe Gräben aufgedeckt und die UN in den großen Krisen an den Rand gedrängt.
Das Auswahlverfahren bleibt unverändert – die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats behalten ihr Vetorecht. Doch diesmal vollzieht sich die Abstimmung in einer zersplitterteren Welt, in der der Einfluss der Vereinten Nationen sichtbar nachgelassen hat.
Ab Dienstag nehmen vier Bewerber an öffentlichen Anhörungen teil. Den Anfang macht Michelle Bachelet, Chiles ehemalige Präsidentin und frühere UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Ursprünglich von Chile, Brasilien und Mexiko unterstützt, verlor sie später die offizielle Rückendeckung ihres Heimatlandes.
Es folgt Rafael Mariano Grossi, der Chef der UN-Atomenergiebehörde, nominiert von Argentinien. Rebeca Grynspan, die Leiterin der UN-Handelsorganisation, tritt als Kandidatin Costa Ricas an. Der vierte Bewerber, Macky Sall, ehemaliger senegalesischer Präsident, wurde von Burundi vorgeschlagen, erhält jedoch weder die Unterstützung Senegals noch der Afrikanischen Union.
Nach Tradition wechselt das Amt regional – diesmal ist Lateinamerika an der Reihe. Osteuropa hatte bisher noch nie einen Generalsekretär gestellt. Die Generalversammlung trifft zwar die endgültige Entscheidung, doch nur nach einer Empfehlung des Sicherheitsrats, in dem die fünf ständigen Mitglieder mit ihrem Vetorecht das letzte Wort haben.
Die Schwierigkeiten der UN, in Kriegen wie in der Ukraine, in Gaza oder im Iran zu vermitteln, haben ihre Grenzen aufgezeigt. Der Sicherheitsrat bleibt blockiert und unfähig zu wirksamen Maßnahmen. Die Wahl findet vor dem Hintergrund eskalierender globaler Spannungen und einer UN statt, deren Autorität im Vergleich zu früheren Jahrzehnten geschwunden ist.
Die Wahl 2026 wird entscheiden, wer eine Organisation in beispiellosen Herausforderungen führt. Der neue Generalsekretär übernimmt einen zutiefst gespaltenen Sicherheitsrat und eine Welt, in der die Friedenssicherung der UN schwer auf die Probe gestellt wurde. Wie er diese Krisen bewältigt, wird die Relevanz der Institution in den kommenden Jahren prägen.






