Verpackungssteuer lässt Lebensmittelpreise explodieren – wer zahlt die Zeche?
Julian HartmannVerpackungssteuer lässt Lebensmittelpreise explodieren – wer zahlt die Zeche?
Neue Verpackungssteuer treibt Lebensmittelpreise in die Höhe – Hersteller und Supermärkte warnen vor Belastungen für Verbraucher
Mit der Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) steigen die Steuern auf bestimmte Verpackungen um bis zu 19 Prozent, auf Kunststoffe um 15 Prozent. Unternehmen warnen, dass die zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden. Während Branchenvertreter die finanzielle Belastung kritisieren, betont die Regierung, die Abgabe diene der Finanzierung des Recyclings und schaffe Arbeitsplätze.
Die EPR-Steuer, die bald in Kraft tritt, wird Hersteller und Händler mit höheren Verpackungskosten belasten. Führende Supermarktketten und Lebensmittelproduzenten haben bereits angekündigt, die Preiserhöhungen an die Kundschaft weiterzureichen. Die Bank of England schätzt, dass die Steuer die Inflation um 0,5 Prozentpunkte erhöhen könnte – eine weitere Belastung für die Haushaltskassen.
Die Kritik an der Politik nimmt zu. Nick Kirk, Direktor des Branchenverbands British Glass, nannte die Reaktion der Regierung „enttäuschend“. Die Steuer berücksichtige nicht die Schäden, die sie der britischen Industrie zufügen werde. Gleichzeitig meldet der Verband einen drastischen Rückgang der heimischen Glasproduktion, einen Anstieg der Importe und wachsende Unsicherheit bei Investitionen.
Der Konzern Vidrala, zu dem der Glashersteller Encirc gehört, droht gar, eine geplante Investition von 500 Millionen Pfund in umweltfreundlichere Hochöfen zu streichen – ein Schritt, der 2.000 Arbeitsplätze gefährden könnte. Zudem warnen Hersteller, dass Lieferkettenstörungen und explodierende Energiepreise den Preisdruck auf die Verbraucher weiter verschärfen werden.
Die Regierung verteidigt die Steuer und verweist darauf, dass die EPR jährlich über eine Milliarde Pfund einbringen und 25.000 Jobs schaffen werde. Die Mittel fließen zwar an die Kommunen, diese können sie jedoch auch für Sozialleistungen oder Stadtplanung statt für Recycling verwenden. Beamte betonen, man werde die Branche während der Umsetzung weiter begleiten.
Fest steht: Die neue Verpackungssteuer wird die Lebensmittelpreise steigen lassen, da Unternehmen die höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Während die Regierung auf mehr Recycling und Beschäftigung setzt, warnen Hersteller vor Arbeitsplatzverlusten und zurückgehenden Investitionen. Die Inflationsprognose der Bank of England deutet darauf hin, dass die Haushalte in den kommenden Monaten weiter unter finanziellen Druck geraten werden.






