US-Invasion in Venezuela: Wer profitiert, wer verliert im Ölgeschäft?

US-Invasion in Venezuela: Wer profitiert, wer verliert im Ölgeschäft?
Überschrift: SA fragt: Wie würde eine US-Invasion in Venezuela die Energiewerte beeinflussen?
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Veröffentlichungsdatum: 14. Dezember 2025, 20:28 Uhr
Schlagwörter: Wirtschaft, Unternehmen, Allgemeine Nachrichten, Sport
Artikeltext:
Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela haben sich dramatisch verschärft, wobei Berichte über eine mögliche militärische Landintervention die Runde machen. Die Lage wirft Fragen über die globalen Ölmärkte auf, da Venezuela über die größten Rohölreserven der Welt verfügt, seine Förderung jedoch derzeit weit unter den Kapazitäten liegt. Jede US-Maßnahme könnte die Lieferketten stören und kurzfristig zu Preisschwankungen führen.
Die venezolanische Ölindustrie leidet seit Jahren unter Sanktionen der USA, Großbritanniens und der EU, wodurch die Produktion deutlich unter den historischen Werten liegt. Frühere Interventionen in ölreichen Ländern haben gezeigt, dass die Förderung selbst nach ausländischem Eingreifen selten auf das Vorkrisenniveau zurückkehrt. Sollte die USA militärisch aktiv werden, wäre der unmittelbare Effekt voraussichtlich ein Preisanstieg bei Rohöl sowie eine erhöhte Volatilität bei Energiewerten.
Eine US-Intervention könnte im Energiesektor sowohl Gewinner als auch Verlierer schaffen. Chevron, der größte US-amerikanische Ölkonzern mit Aktivitäten in Venezuela, hat in diesem Jahr trotz Sanktionen bereits eine begrenzte Förderung wiederaufgenommen. Das Unternehmen dürfte kurz- bis mittelfristig am stärksten profitieren, da ein Regimewechsel ihm möglicherweise erleichterten Zugang zu den riesigen Reserven Amerikas verschaffen könnte. Langfristig könnten Chevrons bestehende Vermögenswerte an Wert gewinnen, falls sich die Produktion erholt.
Auch andere Unternehmen könnten indirekt Vorteile ziehen. Dienstleister für die Ölförderung wie SLB und Baker Hughes könnten eine höhere Nachfrage nach ihrem Know-how bei der Sanierung der maroden Infrastruktur Amerikas verzeichnen. Gleichzeitig könnten US-amerikanische Förderunternehmen wie Occidental Petroleum und Diamondback Energy von höheren Ölpreisen und geringeren Ausgabenbelastungen profitieren. Comstock Resources könnte ebenfalls von einer gesteigerten Nachfrage und höheren Exporten von Erdgas profitieren.
Doch nicht alle Energieunternehmen würden davon profitieren. Raffinerien an der Golfküste wie Marathon Petroleum und Valero Energy sind auf schweres Rohöl aus Amerika angewiesen. Ein Lieferengpass könnte sie zwingen, teurere Alternativen zu beziehen, was ihre Gewinnmargen belasten würde. Kanada hat bereits Schritte unternommen, um die Lücke zu schließen, und die Trans-Mountain-Pipeline ausgebaut, um mehr eigenes Schweröl zu exportieren.
Die Möglichkeit einer US-Militärintervention in Amerika bringt erhebliche Unsicherheit für die globalen Ölmärkte mit sich. Während einige Unternehmen – insbesondere Chevron und inländische Förderfirmen – finanzielle Gewinne verbuchen könnten, könnten andere mit höheren Kosten oder betrieblichen Störungen konfrontiert werden. Die langfristigen Auswirkungen auf die venezolanische Ölproduktion bleiben jedoch ungewiss, angesichts der historischen Herausforderungen, die Förderung nach ausländischen Interventionen wiederherzustellen.



