17 April 2026, 19:01

UN erklärt transatlantischen Sklavenhandel zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Titelbild eines offenen Buches mit dem Titel "Ausländische Mächte, Vertragspartner der Übereinkünfte zwischen Großbritannien und Frankreich, betreffend den Sklavenhandel", enthält wahrscheinlich Korrespondenz zum Sklavenhandel zwischen Großbritannien und Frankreich.

UN erklärt transatlantischen Sklavenhandel zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) hat den transatlantischen Sklavenhandel als das "schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit" eingestuft. Eine mit überwältigender Mehrheit angenommene Resolution markiert einen historischen Schritt zur Aufarbeitung seiner bis heute spürbaren Folgen. 123 Länder stimmten für den Beschluss, während sich nur drei Staaten explizit dagegen aussprachen.

Die Resolution wurde nach Jahrzehnten des Engagements afrikanischer Nationen und Nachfahren versklavter Menschen verabschiedet. Sie bezeichnet den über 400 Jahre währenden transatlantischen Sklavenhandel ausdrücklich als systematisches Verbrechen. Mehr als 12,5 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner wurden gewaltsam aus ihrer Heimat verschleppt, ihre Arbeit ausgebeutet, um Reichtum für die europäischen Kolonialmächte zu schaffen.

Europa spielte dabei eine zentrale Rolle: Die britischen, portugiesischen, französischen und niederländischen Imperien behandelten Menschen wie Waren – in industriellem Ausmaß. Die Gewinne aus der Sklaverei finanzierten die Industrialisierung, Bankensysteme und globale Handelsnetzwerke, die bis heute die Grundlage moderner Wirtschaften bilden. Noch bis 2015 zahlte Großbritannien Entschädigungen – nicht an die Opfer, sondern an die Nachkommen von Sklavenhaltern.

Die Abstimmung offenbarten tiefe Gräben. Nur die USA, Israel und Argentinien lehnten die Resolution ab. Washington argumentierte, Sklaverei sei zum damaligen Zeitpunkt nach internationalem Recht nicht verboten gewesen, und wies Forderungen nach Wiedergutmachung zurück. 52 Länder enthielten sich der Stimme – ein Zeichen für die anhaltende Zurückhaltung vieler westlicher Staaten, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen.

Kritikerinnen und Kritiker führen diese Haltung auf die Angst vor einer Prüfung heutiger Ungleichheiten zurück. Zwar ist die Resolution vor allem symbolisch, doch gilt sie als erster Schritt hin zu umfassenderen Reparationen für schwarze Gemeinschaften weltweit.

Der UNGA-Beschluss anerkennt den transatlantischen Sklavenhandel offiziell als ein Verbrechen beispiellosen Ausmaßes. Gleichzeitig macht er die anhaltenden wirtschaftlichen und sozialen Vorteile deutlich, die ehemalige Kolonialmächte bis heute genießen. Zwar sieht die Resolution keine konkreten Wiedergutmachungsleistungen vor, doch schafft sie eine Grundlage für künftige Forderungen und die Übernahme von Verantwortung.

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