24 April 2026, 21:07

Trump-Regierung stuft medizinisches Marihuana herab – doch Gerechtigkeit bleibt aus

Plakat mit Text, der besagt, dass die Staaten jährlich über 3,6 Milliarden Dollar für die Durchsetzung von Marihuana-Gesetzen verschwenden, illustriert durch einen überquellenden Müllcontainer.

Trump-Regierung stuft medizinisches Marihuana herab – doch Gerechtigkeit bleibt aus

Die Regierung unter Donald Trump hat staatlich lizenziertes medizinisches Marihuana als weniger gefährliche Droge neu eingestuft. Der kommissarische Justizminister Todd Blanche unterzeichnete die entsprechende Verordnung und verschob es damit von Anlage I in Anlage III. Die Änderung bringt Steuererleichterungen für lizenzierte Betreiber, lässt aber viele Fragen zur Strafrechtsreform unbeantwortet.

Die Neuklassifizierung ordnet medizinisches Marihuana nun Anlage III zu, einer Kategorie für Substanzen mit anerkannten medizinischen Anwendungen. Dieser Schritt soll lizenzierten Unternehmen und Forschern erhebliche Steuervorteile bringen. Allerdings bleiben die aktuellen Strafen für Besitz, Verkauf oder für Personen, die bereits lange Haftstrafen verbüßen, unverändert.

Aktivisten weisen seit Langem auf die rassistischen Ungleichheiten bei Verurteilungen wegen Marihuana-Besitzes hin. Schwarze US-Bürger werden nach wie vor 3,7- bis 4-mal häufiger verhaftet als weiße Bürger für vergleichbare Straftaten. Die Neueinstufung könnte die Kluft zwischen weißen und von Minderheiten geführten Cannabis-Unternehmen sogar noch vergrößern, da bereits bestehende Ungleichheiten bei der Lizenzvergabe fortbestehen.

Der Fall von Hector Ruben McGurk verdeutlicht die anhaltenden Missstände. Seit 2007 sitzt er wegen des Transports großer Mengen Marihuana und Geldwäsche ohne Möglichkeit auf Bewährung lebenslang im Gefängnis. Seine Familie argumentiert, dass die Strafe in keinem Verhältnis zur Tat steht, und kämpft weiterhin für seine Freilassung.

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Jason Ortiz vom Last Prisoner Project betont, dass der Kampf für eine gerechte Cannabis-Reform noch nicht vorbei ist. Aktivisten fordern nun den Kongress und die Landesparlamente zum Handeln auf. Sie verlangen eine faire Behandlung oder vollständige Begnadigung für diejenigen, die noch unter veralteten Marihuana-Gesetzen inhaftiert sind.

Die Neuklassifizierung bietet zwar finanzielle Vorteile für lizenzierte Cannabis-Unternehmen, lässt aber viele zurück. Tausende sitzen weiterhin unter harten Strafen im Gefängnis, während rassistische Ungleichheiten bei der Strafverfolgung bestehen bleiben. Ohne weitere gesetzgeberische Maßnahmen werden die übergeordneten Fragen von Gerechtigkeit und Chancengleichheit in der Cannabis-Politik ungelöst bleiben.

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