Supermarkt-Bosse treffen Kanzlerin Reeves – Streit um hohe Lebensmittelpreise eskaliert
Sebastian VoigtSupermarkt-Bosse treffen Kanzlerin Reeves – Streit um hohe Lebensmittelpreise eskaliert
Supermarkt-Chefs treffen Kanzlerin Rachel Reeves am Mittwoch zu Gesprächen über Vorwürfe überhöhtter Preise
Die Zusammenkunft folgt auf frühere Spannungen wegen der Spritkosten und steigender Lebensmittelpreise. Mehrere große Einzelhändler haben ihre Teilnahme bestätigt, andere werden der Sitzung wegen Terminüberschneidungen fernbleiben.
Das Treffen wurde neu angesetzt, nachdem ein erster Versuch abgesagt worden war. Beamte fürchteten, dass nur der Chef von Morrisons erscheinen würde, was den Eindruck mangelnden Engagements erweckt hätte. Nun werden Vertreter von Sainsbury's und Tesco teilnehmen, doch Asda, Aldi und John Lewis fehlen aufgrund vorheriger Verpflichtungen.
Asda, das über 300 Tankstellen im Vereinigten Königreich betreibt, hat bereits Vorwürfe der Spritpreis-Abgzocke zurückgewiesen. Unternehmenschef Allan Leighton bezeichnete die Bedenken der Labour-Partei als "Unsinn" und forderte die Regierung auf, stattdessen die Spritpreise zu senken und die Landwirte zu unterstützen.
Die Einzelhändler wollen sich auf dem Treffen gegen die "Bereicherungs"-Vorwürfe verteidigen. Zudem werden sie grundsätzliche politische Fragen ansprechen, die die Branche belasten. Der britische Einzelhandelsverband (British Retail Consortium, BRC) verzeichnete im März einen leichten Anstieg der Ladenpreis-Inflation auf 1,2 Prozent. Seine Chefin, Helen Dickinson, forderte die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Kostendruck auf Lebensmittelhändler zu verringern.
Dies folgt auf eine frühere Konfrontation, als Reeves Tankstellenbetreiber wegen "Preistreiberei"-Vorwürfen vorlud. Die damalige Diskussion löste scharfe Reaktionen der Branchenführer aus – eine Vorgeschichte, die auch das anstehende Treffen prägen dürfte.
Das Gespräch im Downing Street 10 gibt den Supermarkt-Chefs die Gelegenheit, die Preisvorwürfe direkt zu entkräften. Angesichts anhaltender Inflationssorgen könnte das Ergebnis künftige Debatten über Einzelhandelskosten und Regierungspolitik beeinflussen. Das Fehlen wichtiger Akteure wie Asda und Aldi könnte die Reichweite der Gespräche jedoch einschränken.






