Studie enthüllt: Warum Sachsen der Demokratie und den Medien misstraut

Admin User
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Ein Nachrichtenartikel mit Bildern von Gebäuden, Feuer, Rauch und Himmel sowie begleitendem Text.

Studie enthüllt: Warum Sachsen der Demokratie und den Medien misstraut

Eine neue Studie mit dem Titel "Von ‚Lügenpresse‘ zu ‚abgehobenen Eliten‘" wirft ein Licht auf das Vertrauen in Journalismus und Demokratie in Sachsen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt, basiert sie auf 61 ausführlichen Interviews. Viele Befragte sahen dabei keinen Unterschied zwischen der heutigen liberalen Demokratie und einem Einparteien-System mit staatlich gelenkter Presse.

Die am Zentrum für Journalismus und Demokratie (JoDem) des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig angesiedelte Untersuchung ging von der These aus, dass Misstrauen gegenüber dem Journalismus mit wahrgenommenen politischen und sozialen Entfremdungserfahrungen zusammenhängt. Die Ergebnisse zeigen: Menschen vertrauen entweder sowohl den Medien als auch der Politik – oder ihnen beiden nicht. Dies spiegle eine tiefere gesellschaftliche Unzufriedenheit wider.

Vorwürfe wie ‚Lügenpresse‘ entspringen oft dem Gefühl, in medialen oder politischen Debatten moralisch unter Druck gesetzt zu werden. Die Studie empfiehlt Journalisten, durch konstruktivere und weniger polarisierende Berichterstattung das Vertrauen zu stärken. Zudem sollten Medienkompetenz, politische Bildung und Bürgerjournalismus gefördert werden, um das Vertrauen in die Medien zu erhöhen.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen startet im April 2025 das neue Projekt ‚Bürger machen Journalismus – Medienvertrauen stärken für eine Demokratie im Wandel‘, gefördert von der VolkswagenStiftung. Ziel ist es, die Kluft zwischen Bürgern und Journalisten zu überbrücken, gemeinsame Lernprozesse anzustoßen und das Vertrauen in den Journalismus neu aufzubauen.