SPD scheitert mit Forderung nach Landeswohnungsgesellschaft in Schleswig-Holstein
Julian HartmannSPD im Norden fordert Wohnungsgesellschaft - SPD scheitert mit Forderung nach Landeswohnungsgesellschaft in Schleswig-Holstein
Die SPD in Schleswig-Holstein hat sich für die Gründung eines landeseigenen Wohnungsunternehmens starkgemacht, um die Krise beim bezahlbaren Wohnraum in der Region zu bewältigen. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem fast 18.000 geförderte Wohnungen in den kommenden Jahren ihren geschützten Status verlieren sollen. Doch die Regierungskoalition lehnte den Plan ab und setzt stattdessen auf einen anderen Ansatz.
Die Sozialdemokraten argumentierten, dass eine eigene Landeswohnungsgesellschaft den Bau von bezahlbarem Wohnraum beschleunigen würde. In ihrem Antrag wiesen sie auf die dringende Notwendigkeit hin, die auslaufenden Förderwohnungen zu ersetzen, um den Schwund an günstigen Mietwohnungen zu bremsen. Zudem forderte die Partei, die Landesentwicklungsgesellschaft um den Schwerpunkt Wohnungsbau zu erweitern.
Die Regierungskoalition aus CDU, FDP und Grünen lehnte den SPD-Vorschlag jedoch ab. Stattdessen unterstützte sie die Einrichtung einer Beratungsagentur für Wohnungsbau, ohne ein vollumfänglich staatliches Unternehmen zu schaffen. Zwar zeigen bundesweite Trends steigende Baugenehmigungen und mehr Bundesförderung für den sozialen Wohnungsbau, doch in Schleswig-Holstein dreht sich die Debatte darum, ob ein öffentliches Unternehmen lokale Engpässe besser lösen könnte.
Klare Beispiele für ähnliche Landeswohnungsgesellschaften in anderen Bundesländern mit vergleichbaren Herausforderungen gibt es nicht. Die verfügbaren Daten verweisen auf breiter angelegte Maßnahmen, wie etwa die erhöhten Fördermittel in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, liefern aber keine konkreten Hinweise auf neue öffentliche Wohnungsbaugesellschaften.
Mit der Ablehnung des SPD-Plans bleibt Schleswig-Holstein bei einer beratungsorientierten Agentur statt eines direkten staatlichen Bauunternehmens. Angesichts tausender gefährdeter Sozialwohnungen verlagert sich die Verantwortung nun auf private und kommunale Bauherren. Der Ansatz des Landes setzt künftig auf Beratung und Anreize – statt auf eine staatlich gesteuerte Bauoffensive.






