Solidaritätsreise nach Dresden: Antifa-Aktivist:innen zeigen Flagge für politische Gefangene
Sebastian VoigtSolidaritätsreise nach Dresden: Antifa-Aktivist:innen zeigen Flagge für politische Gefangene
Eine Solidaritätsreise zur Unterstützung der sieben Angeklagten im zweiten Antifa-Ost-Prozess in Dresden hat begonnen. Organisiert von antifaschistischen Aktivist:innen, bringt die Fahrt Unterstützer:innen aus Berlin und anderen Regionen zusammen. Die Gruppe will öffentlichkeitswirksam ihre Solidarität mit den Beschuldigten zeigen, denen die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird.
Die unter dem Motto "Berlin fährt Dresden – Prozesstag zur Unterstützung politischer Gefangener" stehende Reise nutzt den bekannten Solibus, ein Symbol linker Solidarität. Mit an Bord sind Aktivist:innen, Beobachter:innen und Medienvertreter:innen, die sich auf die strengen Sicherheitsvorkehrungen des Dresdner Oberlandesgerichts einstellen müssen.
Die Solidaritätsgruppe KWT – eine Abkürzung für Königs Wusterhausen und Thomas in Anspielung auf den Angeklagten Thomas J. – hat bei der Organisation der Fahrt eine zentrale Rolle gespielt. Masha Frühling, Pressesprecherin der Gruppe, beschrieb die Atmosphäre im Gerichtssaal als bedrückend. Sie schildert die erniedrigende Situation, in der die Angeklagten in doppelten Handschellen geführt werden, berichtet aber auch von kleinen Momenten der Verbundenheit, etwa wenn Blicke oder Gesten mit Thomas J. ausgetauscht werden.
Vor der Ankunft erhielten die Reiseteilnehmer:innen eine Einweisung in die gerichtlichen Abläufe. Das Dresdner Oberlandesgericht setzt auf strenge Sicherheitsmaßnahmen, darunter gründliche Kontrollen und eingeschränkte Annehmlichkeiten. Trotz der Restriktionen füllte sich der Saal mit Unterstützer:innen, die den Verteidiger:innen Beifall spendeten und Solidaritätsparolen skandierten.
Die Kommunikation mit den inhaftierten Angeklagten unterliegt strenger Kontrolle. Kontakte sind auf überwachte Briefe, besuchsüberwachte Treffen oder Telefonate unter Aufsicht beschränkt. Frühling betonte, dass eine größere Präsenz von Solidaritätsbeobachter:innen dazu beiträgt, die einschüchternde Atmosphäre des Gerichts zu durchbrechen.
Der Prozess hat internationale Aufmerksamkeit erregt. Bis März 2026 hatten sich in über 50 Städten – darunter Berlin, Leipzig, London, New York und Mexiko-Stadt – Solidaritätsgruppen gebildet. Diese Initiativen setzen sich weiterhin mit öffentlichen Aktionen und politischer Fürsprache für die Freilassung der Angeklagten ein.
Die Reise unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, die sieben Beschuldigten in Dresden zu unterstützen. Durch organisierte Besuche, öffentliche Stellungnahmen und globale Netzwerke wird Druck auf das juristische Verfahren ausgeübt. Angesichts der strengen Gerichtsregeln und der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten bleiben Solidaritätsaktionen eine lebenswichtige Stütze für die Angeklagten und ihre Sache.






