20 March 2026, 20:03

Fischer entschuldigt sich bei CDU-Chef Hagel für umstrittenen Social-Media-Post

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor dem Kanzleramt in Berlin mit Reportern, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

Skandalvorwurf vor Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Fischer entschuldigt sich bei CDU-Chef Hagel für umstrittenen Social-Media-Post

Die Grünen-Politikerin Simone Fischer hat sich bei CDU-Landeschef Manuel Hagel für das Teilen eines umstrittenen Social-Media-Beitrags entschuldigt. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Parteien in Baden-Württemberg Sondierungsgespräche für eine mögliche Koalition vorbereiten. Bei der Landtagswahl im März errangen beide jeweils 56 Sitze, was zu einem seltenen Patt im Landtag führte.

Der Streit eskalierte, als Fischer ein Bild von Hagel mit der Schlagzeile "Offizielle Verwarnung" und dem Text "Versteckt eure Kinder" weiterverbreitete. Der Beitrag bezog sich auf ein acht Jahre altes Video, in dem Hagel bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin gemacht hatte. Fischer reagierte zunächst nicht auf die Kritik, löschte den Beitrag später jedoch komplett.

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Die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer hatte das gleiche Video bereits zuvor geteilt und damit eine Debatte über Sexismus in Wahlkämpfen neu entfacht. Die CDU warf den Grünen daraufhin vor, eine "Schmutzkampagne" zu führen, um Hagels Ruf zu schädigen.

Fischer äußerte später direkt ihr Bedauern und bezeichnete den Beitrag als Fehler. Ihre Entschuldigung wird als Versuch gewertet, das Vertrauen wiederherzustellen, bevor die offiziellen Koalitionsverhandlungen beginnen. Die Grünen unter Führung von Cem Özdemir haben die CDU zu informellen Gesprächen eingeladen und betonen die Notwendigkeit einer "Partnerschaft auf Augenhöhe" – nach einem Jahrzehnt gemeinsamer Regierungsverantwortung.

Beide Seiten haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, sodass eine erneute grün-schwarze Koalition die einzige realistische Option bleibt. Zwar waren die anfänglichen Spannungen groß, doch jüngste Treffen deuten auf eine konstruktivere Gesprächsbereitschaft hin. Die CDU besteht auf gleichberechtigte Verhandlungen und will in zentralen Politikbereichen keine Kompromisse eingehen, während sich die Grünen als stabile Führungskraft präsentieren, die bereit ist, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen anzugehen.

Fischers Entschuldigung folgt auf Wochen politischer Reibereien nach der Wahl am 8. März. Da keine der beiden Parteien über eine Mehrheit verfügt, werden die Koalitionsverhandlungen die nächste Landesregierung in Baden-Württemberg bestimmen. Beobachter weisen darauf hin, dass die Stabilität davon abhängt, ob beide Seiten die jüngsten Konflikte überwinden können.

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