Schulgewalt-Debatte: Esken widerspricht AfD und nennt wahre Ursachen
In Deutschland ist eine hitzige Debatte über steigende Gewalt und Mobbing an Schulen entbrannt. Saskia Esken, Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bundestags, bestätigte einen Anstieg solcher Vorfälle. Ausgelöst wurde die Diskussion, nachdem die rechtspopulistische AfD zwei Anträge eingebracht hatte, in denen schärfere Maßnahmen gegen aggressive Übergriffe in Schulen gefordert werden.
Die AfD schlägt darin eine bessere Erfassung gewalttätiger Zwischenfälle sowie Maßnahmen gegen religiös motiviertes Mobbing vor. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch behauptete, "massive Probleme durch Migration" seien der Treiber für die Zunahme von Schulgewalt. Esken wies dies entschieden zurück und betonte: "Migration ist nicht das Problem an unseren Schulen."
Vertreter von Union, Grünen und Linken erkannten zwar die Problematik an, kritisierten die AfD jedoch für eine vereinfachende Darstellung. Sie argumentierten, dass Gewalt oft auf mangelnde Konfliktlösungskompetenz unter Schülerinnen und Schülern zurückzuführen sei. Auch Polizeidaten zeigen einen deutlichen Anstieg erfasster Gewaltdelikte in allen Bundesländern.
Fast jeder fünfte Schüler in Deutschland ist mittlerweile von Cybermobbing betroffen – ein weiterer Grund zur Sorge um die Schulsicherheit. Nach der Debatte wurden die Anträge zur weiteren Prüfung an die zuständigen Ausschüsse überwiesen.
Die Diskussion offenbarten tiefe Gräben bei der Ursachenforschung zu Schulgewalt: Während die AfD einen Zusammenhang mit Migration herstellt, verweisen andere Parteien auf gesellschaftliche und bildungspolitische Faktoren. Die Anträge werden nun eingehend geprüft, bevor über mögliche Maßnahmen entschieden wird.






