Schloss Ambras: Weniger Besucher, mehr Einnahmen – und ein Machtkampf hinter den Kulissen
Julian HartmannSchloss Ambras: Weniger Besucher, mehr Einnahmen – und ein Machtkampf hinter den Kulissen
Schloss Ambras durchlebt ein turbulentes Jahr: Besucherzahlen sinken um 12 Prozent, Einnahmen steigen dennoch
Schloss Ambras hat ein bewegtes Jahr hinter sich: 2024 gingen die Besucherzahlen um 12 Prozent zurück. Trotz dieses Rückgangs stiegen die Ticket-Einnahmen um 16 Prozent. Gleichzeitig eskalieren interne Konflikte zwischen der Museumsleitung und der Direktorin.
Veronika Sandbichler, Direktorin von Schloss Ambras, erhielt von der Museumsführung zwei offizielle Rügen. Die erste folgte im Oktober 2025, weil sie angeblich leitende Mitarbeiter nicht über einen geplanten Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen informiert hatte. Die zweite Rüge erteilte die Führung im Januar 2026 – diesmal wegen der Auszahlung einer Jahresprämie an eine Mitarbeiterin. Sandbichler wies beide Vorwürfe als haltlos zurück und bezeichnete sie als Einschüchterungsversuche.
Bei einer jüngsten Pressekonferenz widersprach Sandbichler den Vorwürfen der Führung des Kunsthistorischen Museums (KHM). Sie betonte, ihr Team habe Reformvorschläge eingereicht, doch die Museumsleitung habe weder konstruktives Feedback gegeben noch eine weitere Diskussion geführt. Der Betriebsrat, vertreten durch seine Vorsitzende Marianne Novotny-Kargl, kritisierte die Führung für mangelnde Kommunikation und fehlende Unterstützung während des Umstrukturierungsprozesses.
Die Situation belaste die Belegschaft stark, so der Betriebsrat. Zudem fordert er eine unabhängige Untersuchung zu schweren Vorwürfen innerhalb des KHM-Verbunds. Seit Beginn der Umstrukturierung im vergangenen Jahr häufen sich Beratungstermine mit dem Betriebsrat – eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeiter.
Der anhaltende Konflikt in Schloss Ambras wirft Fragen nach Führungskompetenz und Arbeitsbedingungen auf. Während die Besucherzahlen sinken, steigen die Einnahmen – das Museum steht vor finanziellen und betrieblichen Herausforderungen. Der Betriebsrat drängt weiterhin auf Transparenz und eine umfassende Aufklärung der Vorfälle.






