Scharfe Strafen für Sozialbetrug: Umstrittene Novelle trotz Regierungswiderstand beschlossen
Sebastian VoigtScharfe Strafen für Sozialbetrug: Umstrittene Novelle trotz Regierungswiderstand beschlossen
Eine umstrittene Novelle zur Bekämpfung von Sozialleistungsbetrug hat trotz Regierungswiderstand das Parlament passiert. Der von dem Abgeordneten David Magnier eingebrachte Entwurf sieht schärfere finanzielle Strafen für diejenigen vor, die wegen Betrugs bei Sozialleistungen verurteilt werden. Befürworter argumentieren, die Maßnahme stelle die Gerechtigkeit wieder her, während Kritiker warnen, sie könnte einkommensschwache Leistungsempfänger unrechtmäßig treffen – ohne gleichzeitig die großangelegte Steuerhinterziehung von Vermögenden zu ahnden.
Im Mittelpunkt der Novelle steht Betrug bei Wohnungsbeihilfen, Grundsicherungsleistungen und Aktivitätszuschüssen. Nach den neuen Regeln drohen Ersttätern Bußgelder von bis zu dem dreifachen des erschlichenen Betrags. Bei Wiederholungstätern steigt die Strafe auf das Fünffache der unrechtmäßig bezogenen Summe.
Zudem können Leistungen für diejenigen gestrichen werden, die mehrmals wegen Missbrauchs verurteilt wurden. Die Abstimmung fand bei ungewöhnlich geringer Beteiligung statt – nur 55 Abgeordnete waren anwesend, und lediglich 51 gaben ihre Stimme ab. Dennoch erhielt der Entwurf ausreichend Unterstützung von konservativen und gemäßigteren Abgeordneten, um angenommen zu werden.
Das umfassendere Anti-Betrugsgesetz, das diese Novelle enthält, wird am Mittwoch zur finalen Abstimmung stehen. Dann wird mit einer höheren Wahlbeteiligung gerechnet, da die Fraktionsdisziplin voraussichtlich stärker ausgeprägt sein und das Ergebnis beeinflussen wird.
Die Verabschiedung der Novelle markiert einen Wandel in der Ahndung von Sozialbetrug: Die Geldstrafen steigen nun je nach Schwere und Wiederholung der Straftat an. Die endgültige Abstimmung über das Gesamtgesetz wird zeigen, ob diese verschärften Maßnahmen tatsächlich in Kraft treten.






