07 April 2026, 06:33

Saramagos Platz im portugiesischen Lehrplan steht zur Disposition

Altes Buch mit dem Titel 'Der Preis-Essay über Portugal' mit schwarzem Hintergrund und einem Stempel auf dem Cover.

Saramagos Platz im portugiesischen Lehrplan steht zur Disposition

Ein vorgeschlagener Wandel im portugiesischen Lehrplan hat eine Debatte über die Rolle des Nobelpreisträgers José Saramago ausgelöst. Laut dem überarbeiteten Entwurf der Grundlegenden Lernstandards (Essential Learning Standards) sollen seine Werke für Schüler der 12. Klasse nicht mehr verpflichtend, sondern optional sein. Kritiker werfen der Regierung politische Voreingenommenheit vor, während offizielle Stellen betonen, es handle sich um eine rein fachliche Anpassung.

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Auslöser der Kontroverse war die Vorstellung eines überarbeiteten Entwurfs durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Innovation. Dem neuen Plan zufolge könnten Lehrkräfte künftig zwischen zwei Romanen Saramagos oder Ein Gott, der im Abendwind spaziert von Mário de Carvalho wählen. Bildungsminister Fernando Alexandre erklärte, die Entscheidung basiere auf einer fachlichen Bewertung und nicht auf politischen Motiven. Zwar bleibe Saramago eine literarische Referenz, eine verpflichtende Aufnahme in den Lehrplan sei jedoch nicht zwingend erforderlich.

Der Abgeordnete der Sozialistischen Partei, Porfírio Silva, konterte mit dem Vorwurf, die Änderung sei Teil einer langjährigen "Verfolgung" Saramagos durch die portugiesische Rechte. Curriculare Entscheidungen müssten sich an pädagogischen Kriterien orientieren, nicht an Ideologie, so Silva. Er schlug vor, die Liste der wählbaren Autoren um Agustina Bessa Luís, António Lobo Antunes und Gonçalo M. Tavares zu erweitern.

Das Ministerium betont, die öffentliche Konsultation laufe noch, und es sei keine endgültige Entscheidung gefallen. Alexandre wiederholte, der Prozess sei rein fachlich und frei von ideologischem Einfluss. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen Bildungspolitik und kulturellem Erbe auf. Wird die Reform verabschiedet, erhalten Schulen mehr Spielraum bei der Auswahl der Lektüre für die 12. Klasse. Die endgültige Entscheidung hängt von den laufenden parlamentarischen Beratungen und dem öffentlichen Feedback ab.

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