Sachsen kämpft mit neuer Beratungsstelle gegen religiösen Extremismus bei Jugendlichen
Charlotte RichterSachsen kämpft mit neuer Beratungsstelle gegen religiösen Extremismus bei Jugendlichen
Spezialisierte Beratungsstelle in Sachsen bekämpft religiösen Extremismus mit Prävention und Aufklärung
Ein Fachzentrum in Sachsen geht mit Beratung, Schulungen und präventiven Maßnahmen gegen religiösen Extremismus vor. Die Sächsische Beratungsstelle unterstützt Jugendliche, Eltern und Fachkräfte, die mit Radikalisierungsrisiken konfrontiert sind. Bundesweit haben ähnliche Initiativen in den vergangenen fünf Jahren rund 1.200 Minderjährige unter 18 Jahren erreicht.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Vorbeugung gegen Radikalisierung durch die Förderung von Toleranz und vielfältigen Weltanschauungen. Das Zentrum bietet Workshops zu interreligiösem Dialog, politischer Bildung und Extremismusprävention für Schüler:innen und junge Erwachsene an. Ein spezielles Empowerment-Programm unterstützt zudem muslimische Frauen mit Flucht- oder Migrationshintergrund dabei, Rassismus und Diskriminierung zu thematisieren.
Fachkräfte und Betroffene können sich zunächst über eine Hotline beraten lassen. Für vertiefende Hilfe stehen persönliche Gespräche – nach telefonischer oder schriftlicher Vereinbarung – zur Verfügung. Darüber hinaus führt die Einrichtung Schulungen für Expert:innen aus Bildung und Sozialarbeit durch, um sie für die Erkennung und Bekämpfung von Radikalisierungstendenzen zu sensibilisieren.
Für gefährdete Jugendliche bietet die Beratungsstelle gezielte Gesprächsangebote und Deradikalisierungsprogramme an. Ziel ist es, religiös motivierten Extremismus frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Zwischen 2021 und 2025 registrierten bundesweite Koordinierungsstellen etwa 850 Fälle mit Minderjährigen – ein deutlicher Hinweis auf das Ausmaß der Herausforderung.
Die Sächsische Beratungsstelle baut ihre Angebote für vulnerabile Gruppen und Fachkräfte weiter aus. Mit einer Kombination aus Workshops, Hotline-Beratung und direkter Betreuung setzt sie auf mehrstufige Präventionsarbeit. Die Daten der letzten Jahre unterstreichen, wie dringend solche Maßnahmen weiterhin benötigt werden.






