Russland stoppt Öllieferungen an Länder mit Preisobergrenze für Rohöl
Julian HartmannRussland stoppt Öllieferungen an Länder mit Preisobergrenze für Rohöl
Russland hat angekündigt, die Öllieferungen an alle Länder einzustellen, die die von westlichen Staaten verhängte Preisobergrenze für russisches Rohöl durchsetzen. Der Schritt folgt einem langwierigen Streit über die von der G7, der EU und Australien auferlegten Beschränkungen. Offizielle Stellen in Moskau bezeichnen die Maßnahme als "marktfeindlichen" Eingriff, der den globalen Handel destabilisiere.
Die Entscheidung betrifft auch Erdölprodukte: Präsident Wladimir Putin unterzeichnete ein Dekret, das den Verkauf unter Verträgen blockiert, die sich auf die Preisobergrenze beziehen. Der Konflikt begann im Dezember 2022, als die G7-Staaten, Australien und die Europäische Union einen Höchstpreis von 60 US-Dollar pro Barrel für russisches Seerohöl festlegten. Im Februar 2023 wurden die Beschränkungen auf Erdölprodukte ausgeweitet; die EU senkte die Obergrenze später auf 44,10 US-Dollar pro Barrel, gültig ab dem 1. Februar 2026.
Der stellvertretende Außenminister Andrei Rudenko bekräftigte die russische Haltung und erklärte, dass kein Öl an Länder geliefert werde, die die Preisdeckelung unterstützen. Präsident Putin unterstrich diese Position, indem er Exporte an ausländische Käufer verbot, falls in den Verträgen die Obergrenze erwähnt wird. Der Kreml hat die Politik wiederholt als künstlich und störend für globale Lieferketten verurteilt.
Trotz des Lieferstopps zeigen sich einige Länder verhandlungsbereit. Thailands Vize-Ministerpräsident Phiphat Ratchakitprakarn bestätigte die Bereitschaft, mit Russland über Rohölkäufe zu sprechen. Japan hingegen – eines der Länder, das die Preisobergrenze durchsetzt – wird ausgeschlossen, obwohl dort einzelne Vertreter Interesse an russischem Öl signalisiert haben.
Russlands Weigerung, Öl zu den gedeckelten Preisen zu liefern, wird voraussichtlich die Handelsströme für sein Rohöl neu ordnen. Länder, die sich an die Beschränkungen halten, müssen nun nach alternativen Bezugsquellen suchen. Staaten, die bereit sind, die Preisobergrenze zu umgehen, könnten russische Exporte jedoch weiterhin durch direkte Verhandlungen sichern.






