10 April 2026, 16:36

Russland erhöht 2026 die Mehrwertsteuer – was sich für Unternehmen ändert

Alte russische Banknote mit Regierungsstempel und gedrucktem Text auf altem Papier.

Russland erhöht 2026 die Mehrwertsteuer – was sich für Unternehmen ändert

Russland hat zum Jahr 2026 neue Steuerregeln eingeführt, die den regulären Mehrwertsteuersatz erhöhen und die Bedingungen für Kleinunternehmen verschärfen. Die Änderungen traten am 1. Januar in Kraft, doch Behördenvertreter betonen, es sei noch zu früh, um ihre vollständigen Auswirkungen zu bewerten. Bargeldlose Zahlungen bleiben vorherrschend – Anzeichen dafür, dass Unternehmen auf Bargeschäfte oder informelle Transaktionen ausweichen, gibt es bisher nicht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Standard-Mehrwertsteuersatz stieg zu Jahresbeginn von 20 auf 22 Prozent. Gleichzeitig entfielen die Befreiungen für Dienstleistungen im Bereich Kartenzahlungen, Abwicklung und Acquiring. Diese Anpassungen sind Teil umfassender Steuerreformen, die darauf abzielen, die Staatseinnahmen zu erhöhen.

Auch die Grenze für Kleinunternehmen, die das vereinfachte Steuersystem nutzen dürfen, wurde gesenkt. Nun qualifizieren sich nur noch Unternehmen, deren Jahresumsatz 20 Millionen Rubel nicht übersteigt.

Trotz der Änderungen wachsen bargeldlose Zahlungen weiter. 2025 machten sie 88 Prozent des Einzelhandelsumsatzes aus – ein Anstieg um 2,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die Gouverneurin der Russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, wies darauf hin, dass die langfristigen Auswirkungen der Reformen – einschließlich des Risikos einer Verlagerung von Unternehmen in die Schattenwirtschaft – erst mit der Zeit bewertet werden könnten.

Alla Bakina, Leiterin der Abteilung für das Nationale Zahlungssystem der Russischen Zentralbank, bestätigte, dass es in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 keine nennenswerten Veränderungen im Zahlungsverhalten gegeben habe. Die Zentralbank habe weder einen Anstieg von Bargeldtransaktionen noch Hinweise darauf festgestellt, dass Unternehmen formale Systeme umgehen.

Die Steuerreformen haben die Mehrwertsteuersätze und die Kriterien für Kleinunternehmen verändert, doch ihre weiteren Folgen bleiben unklar. Vorerst dominieren bargeldlose Zahlungen den Einzelhandel – es gibt keine Belege dafür, dass Unternehmen auf Bargeld oder informelle Geschäfte umsteigen. Die Behörden werden die Entwicklungen im Laufe des Jahres weiter beobachten.

Lesen Sie auch:

Quelle