Russische Post kämpft mit Milliardenverlusten – Reformen sollen Rettung bringen
Julian HartmannRussische Post kämpft mit Milliardenverlusten – Reformen sollen Rettung bringen
Die russische Post steht unter zunehmendem finanziellen Druck: Die Verluste des Unternehmens steigen seit Monaten stark an. Für die ersten neun Monate des Jahres 2025 verzeichnete das Staatsunternehmen einen Nettoverlust von 13,52 Milliarden Rubel – ein Anstieg um 44 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nun schlagen Regierungsstellen und die Russische Zentralbank Reformen vor, um den Betrieb zu stabilisieren und die Rolle der Post in ländlichen und abgelegenen Regionen auszubauen.
Das Digitalministerium hat mehrere Maßnahmen zur Unterstützung des angeschlagenen Postdienstes vorgelegt. Ein Vorschlag sieht vor, dass Postfilialen rezeptfreie Medikamente über den Tresen verkaufen dürfen, um ihr Dienstleistungsangebot zu erweitern. Ein weiterer Plan verpflichtet Online-Marktplätze, Abholstationen in Postfilialen einzurichten oder Waren direkt dorthin zu liefern. Zudem regte das Ministerium an, alle Miet- und Nebenkostenabrechnungen auf digitale Formate umzustellen – mit Ausnahme von Bürgern ohne Gosuslugi-Konto.
Die Russische Zentralbank befürwortet gezielte Finanzhilfen für Poststellen in Kleinstädten und Dörfern. Zudem forderte sie, Hürden für bargeldlose Zahlungen von Miete und Nebenkosten in Postfilialen abzubauen, darunter die Befreiung dieser Transaktionen von Treuhandgebühren. Darüber hinaus drängte die Notenbank die Regierung, die Schließung von Postfilialen zu verhindern, die der lokalen Bevölkerung finanzielle Dienstleistungen anbieten.
Um die finanzielle Belastung der Bürger zu verringern, schlug das Digitalministerium vor, Banken zu verbieten, Gebühren für Zahlungen in Postfilialen zu erheben. Vize-Regierungschef Dmitri Grigorenko hatte die russische Post zuvor als "wichtigen Teil der sozialen Infrastruktur" des Landes bezeichnet und damit die Dringlichkeit von Reformen unterstrichen.
Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die Verluste der russischen Post zu verringern und gleichzeitig grundlegende Dienstleistungen zugänglich zu halten. Falls die Reformen genehmigt werden, würden sie die Aufgaben des Unternehmens erweitern, die Kosten für Kunden senken und die Finanzierung von Filialen in ländlichen Gebieten sichern. Die Zentralbank und Regierungsbehörden beraten weiterhin über die beste Umsetzung der Maßnahmen.






