Rechtsextreme Tendenzen in Deutschland erreichen besorgniserregenden Höchststand
Charlotte RichterRechtsextreme Tendenzen in Deutschland erreichen besorgniserregenden Höchststand
Eine neue Studie belegt einen stetigen Anstieg rechtsextremer Tendenzen in Deutschland. Die Ergebnisse, veröffentlicht in einem 600-seitigen Bericht, zeigen, dass mittlerweile fast jeder dritte Bürger Ansichten vertritt, die als "rechtsaffin" oder "offen für rechtes Gedankengut" eingestuft werden. Forscher dokumentieren diese Entwicklungen seit 2019 im Rahmen eines staatlich geförderten Projekts.
Der aktuelle Bericht warnt zudem vor dem wachsenden Einfluss alternativer Medien. Besonders Printpublikationen werden als zunehmende Gefahr für demokratische Institutionen eingestuft.
Der MOTRA-Monitor 2024/25, herausgegeben von einem Konsortium aus neun Forschungsinstituten, belegt einen deutlichen Aufwärtstrend rechtsextremer Einstellungen. Während 2021 noch 21,8 Prozent der Deutschen als "rechtsaffin" oder "offen für rechtes Gedankengut" galten, stieg dieser Anteil bis 2025 auf 29,6 Prozent.
Die Studie erfasste die Antworten auf einer Skala von eins ("lehne stark ab") bis vier ("stimme stark zu"). Bewertungen mit drei oder vier Punkten wurden als Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen gewertet. Insgesamt vertreten derzeit 5,4 Prozent der Deutschen dem Bericht zufolge ein "voll ausgeprägtes rechtsextremes Weltbild". Bei Lesern rechtsextremer Medien liegt dieser Wert mit 4,8 Prozent leicht darunter.
Besonderes Augenmerk legten die Forscher auf die Rolle alternativer Medienangebote. Publikationen wie Compact, Junge Freiheit und Tichys Einblick wurden in die Analyse einbezogen. Auch Titel wie Junge Welt, IslamiQ und Al Jazeera wurden auf ihr Potenzial untersucht, demokratische Werte zu untergraben. Der Bericht warnt, dass diese Medienquellen eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Debatte darstellen.
Trotz jahrelanger akademischer Forschung und zivilgesellschaftlicher Initiativen kommen die Autoren der Studie zu dem Schluss, dass die Fortschritte bei der Bekämpfung von Radikalisierung begrenzt bleiben. Sie betonen, dass das Problem nicht auf mangelnde Aufmerksamkeit oder Engagement zurückzuführen sei.
Die Ergebnisse verdeutlichen die wachsende Verbreitung rechtsextremer Ideen in Deutschland und die Herausforderungen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken – selbst mit umfassender Forschung und öffentlichen Maßnahmen. Die Studie legt nahe, dass alternative Medien weiterhin Meinungen prägen und damit die demokratische Auseinandersetzung schwächen könnten.






