Putin schlichtet Machtkampf zwischen Großbanken und Online-Marktplätzen

Putin schlichtet Machtkampf zwischen Großbanken und Online-Marktplätzen
Ein Streit zwischen Russlands größten Banken und Online-Marktplätzen über Zahlungsrabatte hat die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden und dem Kreml auf sich gezogen. Die Zentralbank fordert einen ausgewogenen Ansatz, während Präsident Wladimir Putin bei einem jüngsten Treffen mit Wirtschaftsvertretern eine faire Lösung anmahnt.
Der Konflikt entbrannte, als fünf große Banken – Sberbank, VTB, Gazprombank, Rosselchosbank und Alfa-Bank – vorschlugen, Marktplätzen zu verbieten, zusätzliche Rabatte für Zahlungen mit Karten ihrer verbundenen "Tochterbanken" anzubieten. Die Banken argumentieren, dass solche Rabatte den Wettbewerb verzerren.
Bei einem Treffen im Kreml am 24. Dezember 2023 betonte Präsident Putin die Notwendigkeit von "Kooperationsbereitschaft" und "fairen Lösungen", die auf "fairen Wettbewerbsbedingungen" basieren. Er forderte beide Seiten auf, einen Kompromiss zu finden, ohne die Marktdynamik zu gefährden. Zentralbankchefin Elvira Nabiullina bezeichnete die Rabatte als eine "versteckte Form des Wettbewerbskampfes". Sie sprach sich für einen Mittelweg aus, der den Banken ermöglicht, Treueprogramme auf den Marktplätzen anzubieten, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Plattformen zu beeinträchtigen. Tatjana Kim, Gründerin von Wildberries, kritisierte den Vorschlag der Banken scharf und warnte, dieser werde "Konkurrenz zerstören" und die Preise für Verbraucher in die Höhe treiben. Die Zentralbank hat bisher nicht bestätigt, ob die fünf Großbanken die Marktplatz-Rabatte offiziell ablehnen.
Der Konflikt bleibt ungelöst, während Regulierungsbehörden und der Kreml nach einer Lösung suchen, die den Wettbewerb erhält, ohne Verbraucher zu benachteiligen. Jede Einigung muss sowohl die Bedenken der Banken hinsichtlich fairer Spielregeln als auch die Abhängigkeit der Marktplätze von Zahlungsanreizen berücksichtigen.



