Prien reformiert "Demokratie leben!" – 200 Projekte verlieren ihre Förderung bis Jahresende
Julian Hartmann"Ziele nicht erreicht": Prien reformiert Förderprogramm "Demokratie lebt" - Prien reformiert "Demokratie leben!" – 200 Projekte verlieren ihre Förderung bis Jahresende
Bildungsministerin Karin Prien kündigt Umstrukturierung des Förderprogramms "Demokratie leben!"
Bundesbildungsministerin Karin Prien hat Pläne für eine grundlegende Reform des Förderprogramms "Demokratie leben!" vorgestellt. Im Rahmen der Neugestaltung verlieren bis Jahresende über 200 Projekte ihre finanzielle Unterstützung. Als Hauptgründe für die Kürzungen nannte Prien eine mangelnde Zielgenauigkeit der Mittelvergabe sowie unzureichende Ergebnisse der geförderten Vorhaben.
Das 2015 ins Leben gerufene Programm sollte ursprünglich das bürgerschaftliche Engagement stärken und der Radikalisierung in ganz Deutschland entgegenwirken.
Priens Reformvorschläge zielen insbesondere auf zwei Schwerpunkte ab: den Ausbau einer "bundesweiten Infrastruktur" sowie "Innovationsprojekte". Von den Streichungen betroffen sind renommierte Organisationen wie die Amadeu Antonio Stiftung, der BUND, HateAid, Correctiv, der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Konrad-Adenauer-Stiftung.
Stattdessen sollen künftig vor allem Einrichtungen gefördert werden, die bereits fest in der lokalen Gemeinschaft verankert sind. Schulen, Freiwillige Feuerwehren, Sportvereine und Bibliotheken rücken damit in den Fokus. Das vom Bundesfamilienministerium verwaltete Programm verfügt für 2026 über ein Budget von 191 Millionen Euro.
Innerhalb der konservativen CDU/CSU-Fraktion der Koalitionsregierung wächst indes die Kritik an der Umstrukturierung. Gegner der Pläne warnen, die Änderungen könnten langjährige Bemühungen zur Stärkung der Demokratie und zur Extremismusprävention untergraben. Prien verteidigte die Entscheidung jedoch mit dem Argument, die vorhandenen Mittel müssten effizienter eingesetzt werden.
Unklar bleibt bisher, wie viele der gestrichenen Projekte gezielt auf Jugendliche oder junge Erwachsene ausgerichtet waren.
Die Reform wird das Programm "Demokratie leben!" grundlegend verändern: Statt übergreifender Initiativen rücken nun lokale Akteure stärker in den Mittelpunkt. Während über 200 Projekte ihre Förderung verlieren, erhalten kommunale Einrichtungen mehr finanzielle Unterstützung. Die Änderungen sollen noch vor Jahresende in Kraft treten.






