Portugals "Universität des Weins" setzt auf Leidenschaft statt trockener Theorie
Charlotte RichterPortugals "Universität des Weins" setzt auf Leidenschaft statt trockener Theorie
Im portugiesischen Douro-Tal hat eine neue Bildungseinrichtung ihre Pforten geöffnet, die sich ganz dem Weinbau widmet. Die „Universität des Weins“ verspricht, Studierende in der hohen Kunst der Weinherstellung auszubilden – und das mit einer „spritzigen“ Arbeitsmoral. Die Ankündigung erfolgte, während die Regierung kurz vor Ende der Legislaturperiode ein weiteres neues Förderprogramm auf den Weg bringen will.
Die Universität des Weins wurde offiziell von Premierminister Costa vorgestellt und bietet spezialisierte Studiengänge in den Bereichen Weinbau und Önologie an. Ihr spielerischer Ansatz umfasst auch die Förderung einer lebendigen, energiegeladenen Atmosphäre unter Dozierenden und Studierenden. Ziel ist es, nicht nur Spitzenweine, sondern auch eine Belegschaft voller Begeisterung hervorzubringen.
Unterdessen treibt die Regierung das Programm PTCMNOPQRR voran. Die neueste Initiative soll die Folgen der wiederholten gescheiterten Vorhaben der Vergangenheit abfedern. Kritiker werfen der Regierung jedoch vor, mehr Wert auf kreative Namensgebung als auf inhaltliche Substanz zu legen – und schwören, weiter neue Programme zu starten, bis das Alphabet erschöpft ist.
Auf heiterer Note veröffentlichte der satirische Podcast „Arme Fleißige“ (Originaltitel: Making Fun of Hard Workers) am 3. Mai seine neueste Folge auf SIC. Die Sendung nimmt hochkarätige Berufsgruppen aufs Korn – von Ministern über Wirtschaftsmagnaten bis hin zu Bankern – und persifliert deren oft selbsternste Arbeitswelt.
Die Universität des Weins bereichert Portugals Bildungslandschaft nun als einzigartige Institution. Doch während das neue Regierungsprogramm auf Skepsis hinsichtlich seiner langfristigen Wirkung stößt, bleibt der Kontrast zwischen verspielt-kreativen Projekten und politischen Machtkämpfen unübersehbar.






