Polizei kontrolliert EU-Abgeordnete Ilaria Salis vor geplanter Demonstration in Rom
Finn WolfPolizei kontrolliert EU-Abgeordnete Ilaria Salis vor geplanter Demonstration in Rom
Die italienische Europaabgeordnete Ilaria Salis und ihre Assistentin wurden in einem Römer Hotel von der Polizei vor einer geplanten Demonstration kontrolliert. Der Einsatz erfolgte nach einer Warnmeldung im Schengen-System, die sich auf ihren Begleiter Ivan Bonnin bezog.
Salis, bekannt für ihr antifaschistisches Engagement, stand bereits früher wegen ihrer politischen Aktivitäten in der Kritik. Die Beamten befragten sie zu ihren Plänen, Bewegungen und Begleitpersonen. Auch Bonnin wurde überprüft – aufgrund seiner Vorstrafen. 2015 war er wegen Landfriedensbruchs während Studentendemonstrationen in Bologna verurteilt worden.
Salis zog 2024 als Abgeordnete ins Europaparlament ein, nachdem sie im Vorjahr in Budapest festgenommen worden war. Ungarische Behörden warfen ihr vor, an Angriffen auf rechtsextreme Sympathisanten beteiligt gewesen zu sein. Ihre Wahl ermöglichte ihr die Rückkehr nach Italien, wo sie seither konservative Regierungen scharf kritisiert.
Der Vorfall hat in Italien eine neue politische Debatte ausgelöst. Besonders umstritten ist Bonnins Rolle als ihr parlamentarischer Mitarbeiter, der mit EU-Geldern finanziert wird. Einige Medienberichte deuten darauf hin, dass er ihr Lebenspartner sein könnte – was die Kontroverse zusätzlich anheizt.
Bisher gibt es keine offizielle Entscheidung in der Sache. Die Polizeikontrolle lenkt jedoch erneut die Aufmerksamkeit auf Salis' Vergangenheit und ihre politische Haltung. Der Fall bleibt in Italiens Politik ein viel diskutiertes Thema.






