Pilotprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Fahrer mit flexiblen Ladezeiten Geld verdienen
Julian HartmannPilotprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Fahrer mit flexiblen Ladezeiten Geld verdienen
Pilotprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Besitzer das Stromnetz entlasten – und dabei Geld verdienen
Ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg erprobt, wie Besitzer privater Elektrofahrzeuge (E-Autos) das Stromnetz unterstützen und dabei ein Zusatzeinkommen erzielen können. Seit September 2023 nehmen rund 1.200 Fahrer an LadeFlexBW teil, einem freiwilligen Programm, das flexible Ladegewohnheiten belohnt. Ziel der Initiative ist es, den Energiebedarf auszugleichen, ohne den Alltag der Teilnehmer zu beeinträchtigen.
LadeFlexBW funktioniert als marktbasierter Feldversuch: E-Auto-Fahrer tragen zur Netzsicherheit bei und erhalten dafür eine finanzielle Vergütung. Anders als bei klassischen Demand-Response-Programmen müssen sie weder den Energieanbieter wechseln noch ihre bestehenden Tarife anpassen. Stattdessen wird die Flexibilität separat gehandelt – und schafft so eine zusätzliche Einnahmequelle für Haushalte.
Das Projekt ist skalierbar angelegt: Die Systemarchitektur kann von einigen hundert bis zu zehntausenden Fahrzeugen verwalten. Es nutzt das bestehende regulatorische Rahmenwerk, darunter das Standardlastprofil (SLP) und die aktuelle Messtechnik. Dadurch lässt es sich ohne aufwendige technische Umstellungen in den heutigen Energiemarkt integrieren.
Branchenexperten sehen in LadeFlexBW einen wichtigen Schritt hin zu einer breiteren Nutzung von Demand-Response-Lösungen. Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied bei TransnetBW, betont die Bedeutung von Reallaboren für den Übergang von kleinen Pilotprojekten zu großflächigen Anwendungen. Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S), hebt hervor, dass es darum gehe, ein Erlösmodell zu testen, das Fahrer fair für ihre Ladeflexibilität entschädigt.
Neben den finanziellen Anreizen soll das Projekt wertvolle Erkenntnisse liefern: Die Ergebnisse fließen in die Gestaltung zukünftiger Energie- und Netzentgeltstrukturen ein, verbessern digitale Ladedienste und verfeinern regulatorische Modelle für die Integration der E-Mobilität.
Bis März 2026 hat das Pilotprojekt bereits 1.200 Teilnehmer gewonnen – ein frühes Zeichen für das Interesse an flexiblen Ladelösungen. Sein Erfolg könnte beeinflussen, wie sich Energiesysteme in Europa an die wachsende Verbreitung von E-Autos anpassen. Indem es die Machbarkeit von Demand-Response im kleinen Maßstab beweist, legt es den Grundstein für eine flächendeckende Umsetzung in den kommenden Jahren.






