Pflicht-Zahlung per Karte: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen

Pflicht-Zahlung per Karte: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen - Pflicht-Zahlung per Karte: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen
In Niedersachsen gibt es einen neuen Vorschlag, der alle Restaurants und Cafés verpflichten würde, digitale Zahlungsmöglichkeiten anzubieten. Der Plan stößt jedoch auf Widerstand bei Branchenvertretern, darunter Ingrid Hartges, die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Sie argumentiert, dass eine Pflicht zur Kartenzahlung bei kleinen Beträgen die Betriebe belasten könnte.
Gleichzeitig begrüßt Hartges eine andere Regierungsinitiative – das Modell der „Aktivrente“ –, das Rentner dazu ermutigt, ohne hohe Steuerabzüge weiterzuarbeiten.
Der niedersächsische Vorschlag zielt darauf ab, Kartenzahlungen in der Gastronomie verbindlich vorzuschreiben. Fast 90 Prozent der Cafés und Restaurants akzeptieren bereits digitale Transaktionen, wie eine Umfrage von Mastercard zeigt. Doch Hartges warnt, dass die Gebühren für Kleinstbeträge – etwa für einen Kaffee, ein Bier oder ein Eis – zu hoch seien. Ihrer Meinung nach würden die Kosten vor allem kleine Unternehmen treffen und deren Gewinne schmälern.
In einer anderen Angelegenheit unterstützt Hartges den Bund mit dem „Aktivrente“-Programm. Die Regelung, die am 1. Januar 2026 in Kraft treten soll, ermöglicht Rentnern, bis zu 2.000 Euro monatlich (oder 24.000 Euro jährlich) steuerfrei zu verdienen. Das Gesetz wurde am 15. Oktober ausgearbeitet, am 5. Dezember vom Bundestag verabschiedet und am 19. Dezember vom Bundesrat gebilligt. Hartges sieht darin Chancen für die Gastronomie: Rentner könnten etwa am Wochenende aushelfen, aktiv bleiben und sich etwas hinzuverdienen. Die Bundesregierung fördert damit flexible Arbeitsmodelle – ein Ansatz, der ihrer Auffassung nach dazu beitragen kann, den Fachkräftemangel in der Branche zu mildern.
Die Diskussion über die Pflicht zu digitalen Zahlungen hält an, wobei vor allem die Gebühren für Kleinbeträge kritisch gesehen werden. Gleichzeitig schreitet das „Aktivrente“-Modell voran und bietet Rentnern eine steuerfreie Möglichkeit, ihr Einkommen aufzubessern. Beide Vorhaben werden beeinflussen, wie sich Unternehmen und Arbeitnehmer in den kommenden Jahren anpassen.



