Papst Leo XIV. besiegelt radikale Vatikan-Reformen mit neuen Schlüsselpositionen
Sebastian VoigtPapst Leo XIV. besiegelt radikale Vatikan-Reformen mit neuen Schlüsselpositionen
Papst Leo XIV. hat eine Reihe wichtiger Personalentscheidungen im Vatikan bekannt gegeben und damit mehrere hochrangige Positionen neu besetzt. Betroffen sind die Leitung des Päpstlichen Hauses, das Staatssekretariat sowie diplomatische Posten in Italien und San Marino.
Die Umbesetzungen sind Teil laufender Reformen und folgen auf Finanzskandale, die mit früheren Vatikan-Investitionen in Verbindung stehen. Erzbischof Petar Rajic übernimmt als neuer Präfekt die Leitung des Päpstlichen Hauses und füllt damit eine seit Jahren vakante Position. Zuvor war er als Apostolischer Nuntius in Italien und San Marino tätig und bringt umfangreiche diplomatische und administrative Erfahrung mit.
Erzbischof Edgar Peña Parra, bisher stellvertretender Sekretär für allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat, wird nun Rajics ehemalige Position als Apostolischer Nuntius in Italien und San Marino antreten. Während seiner Amtszeit im Staatssekretariat musste er sich mit den Folgen einer umstrittenen Vatikan-Investition in ein Londoner Immobilienprojekt auseinandersetzen, die erhebliche finanzielle Verluste zur Folge hatte – ein Erbe seines Vorgängers, Kardinal Angelo Becciu. Rückblickend beschrieb Peña Parra seine Laufbahn als eine Reise mit verschiedenen Stationen, vergleichbar mit einer Zugfahrt.
Seine Nachfolge im Staatssekretariat tritt der italienische Erzbischof Paolo Rudelli an, der zuletzt seit 2023 als Apostolischer Nuntius in Kolumbien diente.
Der Papst erweiterte zudem die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen und berief Susan Lynn Bissell sowie Laurent Delvolvé als neue Mitglieder. Darüber hinaus wurden Pater Daniel Groody, Meghan J. Clark und Léocadie Lushombo in das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen berufen, was die Führungsebene weiter diversifiziert.
Die Ernennungen markieren einen Wandel in der vatikanischen Führungsetage und zielen darauf ab, sowohl langjährige Vakanzen zu besetzen als auch aktuelle Herausforderungen zu bewältigen. Die neuen Rollen von Rajic, Peña Parra und Rudelli deuten auf anhaltende Anpassungen in den administrativen und diplomatischen Strukturen des Heiligen Stuhls hin. Die erweiterten Kommissionen unterstreichen hingegen die fortlaufenden Bemühungen, die Governance und Aufsicht in zentralen Bereichen zu stärken.






