Österreichs Defizit sinkt auf 4,2 Prozent – doch die Haushaltskrise bleibt
Charlotte RichterÖsterreichs Defizit sinkt auf 4,2 Prozent – doch die Haushaltskrise bleibt
Österreichs Haushaltsdefizit ist 2025 auf 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesunken – ein leicht besserer Wert als die prognostizierten 4,5 Prozent. Die Verbesserung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung unter anhaltender finanzieller Belastung leidet, die durch externe Faktoren wie den Krieg im Iran noch verschärft wird. Beamte räumen ein, dass die Haushaltslage nach Jahren der Fehlsteuerung weiterhin prekär bleibt.
Die aktuelle Regierung hat von der Vorgängerregierung – der türkis-grünen Koalition – ein finanzielles Chaos geerbt. Jahrelange rücksichtslose Ausgabenpolitik in wirtschaftlich guten Zeiten ließ kaum Spielraum für Manöver. Finanzminister Markus Marterbauer, Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und die Beamten des Ministeriums arbeiten transparent daran, die Probleme zu bewältigen.
Das Haushaltsziel für 2025 fiel bescheiden aus, was die begrenzten Handlungsmöglichkeiten widerspiegelt. Zwar erreichten die Steuereinnahmen 51 Prozent des BIP, doch bleiben Ausgabenkürzungen unvermeidbar. Geplant sind Einsparungen bei "strukturellen" Kosten in den Bereichen Subventionen, Renten und Gesundheitswesen. Bisher gab es jedoch nur kleinere Anpassungen bei Leistungen und Anreizen.
Die EU hat Österreichs finanzielle Schwierigkeiten kaum unterstützt. Angesichts globaler Spannungen wie dem Iran-Konflikt, die zusätzlichen Druck ausüben, bleibt die wirtschaftliche Perspektive des Landes unsicher. Das Defizit liegt nun bei 4,2 Prozent – eine Verbesserung, aber immer noch über dem wünschenswerten Niveau. Die Regierung drängt weiter auf tiefgreifendere Kürzungen, doch der Fortschritt ist zäh. Ohne stärkere Rückendeckung der EU oder grundlegende politische Kurswechsel dürften die haushaltspolitischen Herausforderungen bestehen bleiben.






