Nitish Kumars historischer Rücktritt ebnet Machtwechsel in Bihar ein
Charlotte RichterNitish Kumars historischer Rücktritt ebnet Machtwechsel in Bihar ein
Nitish Kumar ist als Mitglied der Legislativversammlung von Bihar zurückgetreten und beendet damit seine zwei Jahrzehnte andauernde Amtszeit als Ministerpräsident des Bundesstaates. Seine am 30. März 2023 vom Parlamentspräsidenten Prem Kumar angenommene Demission folgt auf seine Wahl in die Rajya Sabha, dem Oberhaus des indischen Parlaments. Der Schritt markiert eine historische Zäsur in der politischen Landschaft Bihars.
Kumars Entscheidung fiel, nachdem er einen Sitz in der Rajya Sabha errungen hatte – als erster amtierender Ministerpräsident Indiens, der direkt in das Parlament wechselt. Nach den Regeln zur Verhinderung gleichzeitiger Mitgliedschaften von 1950 durfte er beide Ämter nicht gleichzeitig behalten. Sein Rücktritt aus der Legislativversammlung wurde nun offiziell bestätigt und ebnet den Weg für seine neue Rolle.
Laut Artikel 164(4) der indischen Verfassung hätte Kumar zwar bis zu sechs Monate ohne Parlamentsmandat im Amt bleiben können. Doch mit seinem Ausscheiden aus der Landesversammlung öffnet sich die Tür für einen Nachfolger. Der BJP-Politiker und stellvertretende Ministerpräsident Samrat Choudhary gilt derzeit als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge. Einige Führer der Janata Dal (United) bringen auch Kumars Sohn Nishant Kumar als möglichen Anwärter ins Spiel.
Der Machtwechsel könnte die politischen Kräfteverhältnisse in Bihar neu ordnen und der Bharatiya Janata Party (BJP) größeren Einfluss in der Landesregierung verschaffen. Mit dem Ende von Kumars langer Amtszeit als Ministerpräsident entsteht eine bedeutende politische Lücke.
Sein Rückzug aus der Legislativversammlung und der Wechsel in die Rajya Sabha leiten nun einen Führungswechsel in Bihar ein. Während die BJP ihre Position im Bundesstaat stärken könnte, muss die Janata Dal (United) ihre Optionen für einen Nachfolger abwägen. Die kommenden Monate der Übergangsphase werden zeigen, wie sich das politische Gleichgewicht verschiebt.






