19 March 2026, 20:04

Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor akuter Energiekrise durch Gasnotstand

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Olaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor akuter Energiekrise durch Gasnotstand

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat ernste Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit Deutschlands geäußert. Angesichts gefährlich niedriger Gasreserven und steigender Spritpreise warnt er vor möglichen Versorgungsengpässen, sollte sich die Lage im Konflikt mit dem Iran weiter zuspitzen. Seine dringenden Appelle an die Politik kommen zu einer Zeit, in der das Land eine der schwersten Energiekrisen seit Jahren durchlebt.

Stand 20. Februar 2026 sind die deutschen Gasspeicher nur noch zu 20,7 % gefüllt – weniger als die Hälfte des für diese Jahreszeit üblichen Niveaus. Im vergangenen Winter sanken die Reserven selbst im März nicht unter 23 %, doch der diesjährige rasante Rückgang um 0,7 bis 1 % pro Tag beunruhigt die Verantwortlichen. Die Bundesregierung hat zwar das Winter-Speicherziel von 90 % im Jahr 2022 auf 70 % für 2026/27 gesenkt und setzt auf Flüssiggas-Terminals (LNG) sowie Marktkräfte, um die Lücke zu schließen. Branchenverbände fordern jedoch eine strategische Reserve von 78 Terrawattstunden (TWh), um sich gegen Lieferschocks abzusichern.

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Lies treibt den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven voran, das zunächst für den Import von Erdgas konzipiert ist, langfristig aber auch für klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden könnte. Zudem betont er die Notwendigkeit, die heimische Förderung – insbesondere in der Nordsee – auszubauen und die Importe durch Diversifizierung aus Norwegen und den Niederlanden zu stärken. Eine Rückkehr zur Kernenergie lehnt er jedoch kategorisch ab, da dies sowohl bei der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft für Verunsicherung sorgen würde. Stattdessen pocht er auf einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Angesichts explodierender Spritpreise an den Tankstellen hat Lies die Mineralölkonzerne aufgefordert, die Kosten zu stabilisieren. Er erwartet zwar eine gewisse Entlastung durch die Freigabe staatlicher Ölreserven, warnt aber, dass übergeordnete Risiken – etwa die geopolitischen Spannungen mit dem Iran – die Krise weiter verschärfen könnten. Um vorzusorgen, fordert er die Bundesregierung auf, unverzüglich alle denkbaren Szenarien und Gegenmaßnahmen zu prüfen.

Die deutschen Gasvorräte sind auf dem niedrigsten Stand seit Jahren – und der Winter steht noch bevor. Lies' Vorschläge – mehr LNG-Kapazitäten, gesteigerte Eigenproduktion und ein schnellerer Ausbau der Erneuerbaren – zielen darauf ab, die angespannte Lage zu entlasten. Doch mit rasant sinkenden Speicherständen und drohenden externen Bedrohungen bleibt die Energieversorgung des Landes unter Druck.

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