24 May 2026, 16:03

Niedersachsen entdeckt heiße Schätze: Neue Karten zeigen Geothermie-Potenzial im Untergrund

Diese Regionen eignen sich gut für geothermische Projekte

Niedersachsen entdeckt heiße Schätze: Neue Karten zeigen Geothermie-Potenzial im Untergrund

Eine neue Kartenserie hat vielversprechende Gebiete für die Gewinnung von Erdwärme in Niedersachsen identifiziert. Die vom Niedersächsischen Geothermiedienst (NGD) veröffentlichten Karten zeigen Regionen auf, in denen die tiefen Untergrundverhältnisse eine nachhaltige Wärmegewinnung ermöglichen könnten. Behördenvertreter betonen, dass die Erkenntnisse den Ausbau der Energiewende in der Region beschleunigen werden.

Im Fokus der Karten stehen uralte Gesteinsschichten der Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, die über 200 Millionen Jahre alt sind. Diese Schichten enthalten wasserdurchlässige Sandsteine, die bis zu 2.600 Meter tief liegen und in denen Temperaturen von über 100 Grad Celsius herrschen können. Solche Bedingungen sind ideal für geothermische Systeme, die heißes Wasser über Bohrlöcher fördern, die Wärme nutzen und das abgekühlte Wasser anschließend wieder in den Untergrund zurückleiten.

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Für die Erstellung der Kartenserie wertete der NGD Daten von mehr als 1.100 Tiefenbohrungen in ganz Niedersachsen aus. Ziel ist es, die Suche nach geeigneten Geothermiestandorten zu vereinfachen und so die Risiken sowie Kosten bei der Erkundung zu verringern. Tiefengeothermie, definiert durch Bohrungen in mehr als 400 Metern Tiefe, bleibt in Norddeutschland trotz steigender Nachfrage bisher weitgehend ungenutzt.

Kommunen, regionale Versorgungsunternehmen und Industriebetriebe in der Region setzen zunehmend auf geothermische Lösungen. Die gewonnene Wärme kann in Fernwärmenetze eingespeist oder für großflächige Anlagen genutzt werden und bietet so eine stabile und klimafreundliche Energiequelle.

Die neuen Karten liefern ein präziseres Bild des geothermischen Potenzials Niedersachsens. Durch die Identifizierung geeigneter Standorte will der NGD Hürden wie hohe Bohrkosten und Erkundungsrisiken abbauen. Damit könnte die Tiefengeothermie zu einem zentralen Baustein der nachhaltigen Energieversorgung in der Region werden.

Quelle