Niederberg Süd-Ost: Wie die Stadt aus 120.000 Quadratmetern Industrieerbe neues Leben schafft
Finn WolfNiederberg Süd-Ost: Wie die Stadt aus 120.000 Quadratmetern Industrieerbe neues Leben schafft
Die Stadt hat die volle Eigentümerschaft über das Gelände Niederberg Süd-Ost übernommen – ein riesiges Areal von über 120.000 Quadratmetern. Einst Teil des ehemaligen Bergwerkskomplexes Schacht 1/2/5, eröffnet das Gelände nun neue Möglichkeiten für städtisches Wachstum und Umnutzung.
Der Erwerb wurde im März 2023 abgeschlossen und markiert einen entscheidenden Schritt in den langfristigen Plänen der Stadt. Neben dem Gelände übernahm die Kommune mehrere denkmalgeschützte Gebäude sowie die markanten Fördergerüste des Standorts. Während die meisten Bauwerke weiterverkauft werden sollen, bleiben die Fördergerüste in städtischer Hand.
Ein kürzlich geschlossener Vertrag mit der RAG Montan Immobilien GmbH (RAG MI) beendete die verbleibenden städtebaulichen Verpflichtungen des Unternehmens für den nördlichen Abschnitt. Die Stadt stimmte zudem zu, RAG MI von weiteren Pflichten zu entbinden, und ebnete so den Weg für neue Projekte. Doch die Erhaltung der Fördergerüste stellt eine Herausforderung dar: Allein die Sanierung eines einzigen würde über eine Million Euro kosten, und das nicht denkmalgeschützte Fördergerüst von Schacht 1 kann nicht erhalten werden.
Die Zukunft von Niederberg Süd-Ost nimmt Gestalt an. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2025 bietet den Rahmen für die Finanzierungssicherung und die Steuerung der Umnutzung. Geplant ist die Umwandlung des Gebiets in ein lebendiges Kreativzentrum mit Unternehmen, lokalen Läden und Gastronomie. Darüber hinaus gehören der Stadt nun auch die Grünflächen und Straßen im fertiggestellten Wohnviertel Dicksche Heide.
Mit gesichertem Eigentum und laufenden Entwicklungsplänen hält die Stadt nun die Zügel für das nächste Kapitel von Niederberg Süd-Ost in der Hand. Der Wandel vom industriellen Erbe zu einem modernen Kreativraum hängt von Fördermitteln, Denkmalschutzentscheidungen und privaten Investitionen ab. Die Fördergerüste, trotz hoher Unterhaltungskosten, werden als sichtbares Zeichen der bergbaulichen Vergangenheit des Gebiets erhalten bleiben.






