Neun Kanadier nach Festnahme durch Israel auf dem Weg zurück in die Heimat
Julian HartmannNeun Kanadier nach Festnahme durch Israel auf dem Weg zurück in die Heimat
Neun der zwölf Kanadier, die vergangene Woche von israelischen Streitkräften festgenommen wurden, sollen heute und morgen in ihre Heimat zurückkehren. Die Gruppe gehörte zu einem Versuch, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen, als sie auf See abgefangen wurde.
Außenministerin Anita Anand verurteilte ihre Behandlung scharf und bezeichnete sie als „empörenden Missbrauch“ während der Haft. Der Vorfall hat zu diplomatischen Spannungen geführt – Kanada berief den israelischen Botschafter ein, um eine Erklärung zu verlangen.
Die Kanadier gehörten zu 420 Aktivisten auf 41 Booten, die mit Hilfsgütern nach Gaza gelangen wollten. Israelische Kräfte stoppten die Schiffe und nahmen die Passagiere fest, darunter die zwölf Kanadier.
Später gab es Berichte, wonach einige der Inhaftierten während ihrer Haft misshandelt wurden. Ministerin Anand bestätigte die Vorwürfe und erklärte, die Kanadier hätten harte Bedingungen ertragen müssen, bevor sie in die Türkei verlegt wurden. Ein Kanadier befindet sich noch in der Türkei, zwei weitere reisen in verschiedene Zielländer.
Israelische Gefängnisbeamte wiesen jede Schuld von sich. Unterdessen veröffentlichte Israels Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir ein Video, in dem er die Aktivisten verspottete. Die Aufnahmen zeigen, wie er deren Bemühungen, die Blockade zu brechen, abtat.
Die Blockade selbst steht in der Kritik von Hilfsorganisationen. Diese werfen Israel vor, durch die Restriktionen werde verhindert, dass dringend benötigte Güter den Gazastreifen erreichen – was die humanitäre Lage in der Region weiter verschärfe.
Als Reaktion auf den Vorfall berief Kanada den israelischen Botschafter ein, um die Festnahmen und die mutmaßlichen Misshandlungen zu thematisieren. Die neun zurückkehrenden Kanadier werden in den nächsten beiden Tagen erwartet.
Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Spannungen um Israels Blockadepolitik. Hilfsorganisationen fordern weiterhin Zugang zum Gazastreifen und argumentieren, dass die Beschränkungen lebenswichtige Unterstützung von den Bedürftigen fernhalten.






