23 May 2026, 22:41

Illinois diskutiert Wahlrecht für Gefangene nur 21 Tage nach Verurteilung

Gesetz, das es Straftätern ermöglicht, aus dem Gefängnis zu wählen, stößt bei Republikanern auf Kritik

Illinois diskutiert Wahlrecht für Gefangene nur 21 Tage nach Verurteilung

Ein neuer Gesetzentwurf in Illinois könnte Gefangenen bereits 21 Tage nach ihrer Verurteilung das Wahlrecht zurückgeben. Der als House Bill 5414 bekannte Vorschlag hat eine Debatte zwischen Befürwortern und Kritikern ausgelöst. Sollte er verabschiedet werden, würde er inhaftierten Personen ermöglichen, per Briefwahl in ihren früheren Wohnbezirken abzustimmen.

Das von dem Abgeordneten Justin Slaughter (Demokraten, Chicago) eingebrachte Gesetz zielt darauf ab, Gefangene schneller wieder in das gesellschaftliche Leben einzugliedern. Unterstützer argumentieren, dass die Wahlteilnahme die Wiedereingliederung nach der Haftentlassung erleichtert und die Rückfallquote senkt. Stevie Valles, Geschäftsführer der Organisation Chicago Votes, spricht sich für den Entwurf aus und betont, dass Gefangenen das Wahlrecht nicht entzogen werden sollte.

Laut Valles würde die Änderung etwa 55.000 Menschen in Illinois das Wahlrecht zurückgeben. Er verweist zudem auf die hohen Zahlen falscher Verurteilungen im Bundesstaat und kritisiert systemische Probleme wie Geständnisse unter wirtschaftlichem Druck, die oft auf soziale Ungleichheit zurückzuführen sind. Die Befürworter fordern die Abgeordneten nun auf, den Entwurf in ein größeres Gesetzespaket aufzunehmen, um die Chancen auf eine Verabschiedung zu erhöhen.

Widerstand kommt von Patrick Windhorst, dem fraktionslosen Abgeordneten der Republikaner aus Harrisburg und Minderheitenführer im Repräsentantenhaus. Er stellt infrage, ob Gefangene dieselben Rechte behalten sollten wie ihre Opfer. Windhorsts Bedenken spiegeln eine grundsätzliche Skepsis wider, ob Personen, die eine Strafe verbüßen, Wahlprivilegien genießen sollten.

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Nach dem vorgeschlagenen System würden berechtigte Gefangene Briefwahlunterlagen für ihre früheren Wohnbezirke erhalten. Die Unterstützer des Entwurfs – darunter Demokraten und Wahlrechtsorganisationen – sehen darin einen Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit im Justizsystem.

Über das Schicksal des Gesetzentwurfs entscheidet nun das Parlament in Springfield. Bei einer Verabschiedung würde dies eine bedeutende Veränderung der Wahlgesetze in Illinois bedeuten. Das Ergebnis könnte Zehntausende Inhaftierte betreffen und die Debatte über Gefangenenrechte im Bundesstaat neu prägen.

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