Neue Leptin-Referenzwerte revolutionieren die Diagnose von Stoffwechselstörungen

Admin User
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Ein weißes Schaubild mit gelben Haftnotizen und Fotos darauf.

Neue Leptin-Referenzwerte revolutionieren die Diagnose von Stoffwechselstörungen

Eine bahnbrechende Studie unter Leitung deutscher Forscher hat neue standardisierte Referenzwerte für die Leptinkonzentration im Blut festgelegt. Diese sollen eine frühere Diagnose und zielgenaue Behandlung von Stoffwechselstörungen ermöglichen. Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) ermöglichte dabei die internationale Zusammenarbeit zwischen medizinischen Zentren in Leipzig, Ulm und Dresden, wobei die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig eine zentrale Rolle spielte. Leptin, ein Hormon, das im Fettgewebe produziert wird, signalisiert dem Gehirn Sättigung und den Energiestatus des Körpers. Bisher gab es jedoch keine standardisierten Werte, um die Leptinkonzentration im Blut nach Alter und Körpergewicht einzuordnen. Eine von Dr. Mandy Vogel und Dr. Stephanie Brand-Heunemann geleitete Studie hat diese Lücke nun geschlossen – basierend auf Daten von über 12.500 Personen im Alter von 0 bis 75 Jahren mit unterschiedlichem Körpergewicht. Das Forschungsteam stellte fest, dass sich die Leptinkonzentration im Laufe des Lebens verändert: Zunächst steigt sie bei Kindern an, um später wieder abzufallen. Hohe Leptinspiegel deuten bei stoffwechselgesunden Menschen in der Regel auf ausreichende Energievorräte und verminderten Hunger hin. Um Ärzten die Einordnung ungewöhnlicher Leptinwerte zu erleichtern, entwickelte das Team einen kostenlosen Online-Rechner (https://leptin.science). Die neuen Referenzwerte ermöglichen es medizinischem Fachpersonal, Stoffwechselstörungen künftig präziser zu diagnostizieren und gezielter zu behandeln. Dieser internationale Forschungserfolg, der durch das DZKJ gefördert wurde, unterstreicht die Bedeutung kooperativer medizinischer Forschung für die Verbesserung der Patientenversorgung.