Neue Broschüre warnt Mädchen vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung
Sebastian VoigtNeue Broschüre warnt Mädchen vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung
Das österreichische Familienministerium hat eine neue Broschüre veröffentlicht, um Mädchen über die Gefahren von Zwangsverheiratung aufzuklären. Sie wird vor allem an Schulen verteilt, an denen ein erhöhtes Risiko besteht. Mit der Initiative sollen junge Frauen über ihre Rechte und die verfügbaren Hilfsangebote informiert werden.
Die Broschüre warnt besonders vor dem gesteigerten Risiko von Zwangsehen während der Schulferien. Als Alarmzeichen werden unter anderem unklare Reisepläne, überwachte Handys oder die Aussage genannt, im Ausland einen potenziellen Ehepartner kennenlernen zu sollen. Das Material thematisiert zudem weibliche Genitalverstümmelung und betont, dass niemand ein Mädchen zur Ehe zwingen oder ihrem Körper Schaden zufügen darf.
Familien- und Integrationsministerin Claudia Bauer appellierte an gefährdete Mädchen, sich vertrauenswürdigen Personen anzuvertrauen und wichtige Dokumente sicher aufzubewahren. Die Broschüre enthält Kontaktdaten von Beratungsstellen, darunter das Frauenzentrum des Österreichischen Integrationsfonds, die Frauenhelpline gegen Gewalt, die Beratungshotline Rat auf Draht sowie Schutzstellen für häusliche Gewalt.
Die Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und betroffenen Mädchen konkrete Hilfe anzubieten. Schulen mit erhöhtem Risiko erhalten die Broschüre als Erste. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Informationen junge Frauen ermutigen, im Notfall Unterstützung zu suchen.
