28 June 2026, 20:01

Hannovers Skandal um mutmaßlichen Millionen-Missbrauch durch Integrationsverein eskaliert

Der Zuschuss-Skandal aus Hannover geht in die nächste Runde

Hannovers Skandal um mutmaßlichen Millionen-Missbrauch durch Integrationsverein eskaliert

In Hannover ist ein Skandal um den mutmaßlichen Missbrauch öffentlicher Gelder durch einen lokalen Verein ausgebrochen. Im Mittelpunkt der Affäre stehen Hülya Iri, ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, und ihre Tochter Esma Bozdemir. Gegen beide wird nun wegen möglicher finanzieller Verfehlungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro ermittelt.

Iri hatte 2018 den Verein Integrationsarbeit Kronsberg gegründet. Bis 2023 sicherte er sich für das Projekt Respekt Café Kronsberg Fördermittel in Höhe von 924.479 Euro vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Weitere Gelder flossen aus Niedersachsen und der Region Hannover, sodass bis Juni 2023 insgesamt fast 740.000 Euro ausgezahlt wurden.

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Laut lokalen Medienberichten blieb das Café jedoch größtenteils geschlossen, und es gab keine nachweisbaren Projekte. Dennoch bezahlten sich Iri und Bozdemir aus den Vereinsmitteln Gehälter von mindestens 685.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft prüft zudem, ob öffentliche Gelder für Immobilienkäufe verwendet wurden – Bozdemir besitzt mehrere Objekte in Hannover.

Das Amtsgericht Hannover leitete ein Insolvenzverfahren gegen den Verein ein, woraufhin Iri und Bozdemir von ihren Posten zurücktraten. Doris Schröder-Köpf, die ehemalige Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder, hatte Iri zuvor unterstützt und Empfehlungsschreiben verfasst. Vorwürfe wegen Fehlverhaltens sollen von Schröder-Köpf sowie von Adis Ahmetović, Bundestagsabgeordnetem und SPD-Landesvize in Niedersachsen, ignoriert worden sein.

Der Fall wirft schwerwiegende Fragen zum Umgang mit öffentlichen Mitteln auf. SPD-Politiker unterliegen strengen Verhaltensregeln für finanzielle Verantwortung. Die Ermittlungen laufen noch, und es könnten rechtliche Konsequenzen für die Beteiligten folgen.

Quelle