Mumbai stoppt umstrittene Beraterverträge für Wasserprojekte nach scharfer Kritik
Julian HartmannMumbai stoppt umstrittene Beraterverträge für Wasserprojekte nach scharfer Kritik
Im Ständigen Ausschuss des Brihanmumbai Municipal Corporation (BMC) entbrannte eine hitzige Debatte über die zunehmende Abhängigkeit der Stadtverwaltung von privaten Beratern bei zentralen Wasserprojekten. Abgeordnete kritisierten die steigenden Kosten, mangelnde Transparenz und die Vernachlässigung der kommunalen Ingenieure. Vier große Vorhaben, darunter ein 233,5 Millionen Rupien (ca. 23,35 Crores) schwerer Plan zur Wasseraufbereitung im Pise-Panjrapur-Projekt, wurden schließlich auf Eis gelegt.
Die Diskussion begann, nachdem Stadträte infrage stellten, warum die BMC externe Projektmanagement-Berater (PMCs) den eigenen Fachkräften vorzieht. Yashodhar Phanse von der Shiv Sena (UBT) hinterfragte diesen Trend und wollte wissen, warum das interne Know-how ignoriert werde. Auch Ganesh Khankar, Fraktionsführer der BJP im Rat, übt scharfe Kritik an der wachsenden Vorliebe für externe Berater und bezeichnete dies als „Verschwendung öffentlicher Gelder“.
Der Ständige Ausschuss hatte bereits zuvor den 233,5-Millionen-Vorschlag für die Beauftragung eines Beraters im Pise-Panjrapur-Projekt abgelehnt. Weitere Bedenken kamen auf, als bekannt wurde, dass die BMC beabsichtigte, sämtliche Aufträge an einen einzigen Berater zu vergeben. Viele Mitglieder warnten, dies würde die Rechenschaftspflicht verringern und die Ausgaben in die Höhe treiben.
Ausschussvorsitzender Prabhakar Shinde reagierte, indem er die Verwaltung anwies, alle anstehenden Beraterverträge vorläufig auszusetzen. Er wies die Beamten an, externe Vergaben künftig auf hochspezialisierte Fälle zu beschränken. Der Schritt folgte auf breite Unzufriedenheit über die wachsende Abhängigkeit der BMC von Privatfirmen bei großen Infrastrukturvorhaben.
Kritiker wiesen zudem auf grundsätzliche Probleme hin, darunter Transparenzdefizite und explodierende Beraterhonorare. Mehrere Stadträte warnten, die Auslagerung zentraler Aufgaben könnte die technischen Fähigkeiten der eigenen Verwaltung schwächen.
Die Entscheidung des Ständigen Ausschusses stoppt vorerst alle neuen Beraterverträge. Die BMC muss nun ihre Herangehensweise an Wasserprojekte überprüfen und Kosteneffizienz mit dem Einsatz interner Ingenieure in Einklang bringen. Künftige Vorhaben werden vor einer Genehmigung einer strengeren Prüfung unterzogen.






