Mumbai beschlagnahmt 7.000 Immobilien wegen Steuerrückständen von 70 Milliarden Euro
Charlotte RichterMumbai beschlagnahmt 7.000 Immobilien wegen Steuerrückständen von 70 Milliarden Euro
Die Stadtverwaltung von Mumbai hat ihre Bemühungen zur Eintreibung ausstehender Grundsteuern intensiviert und dabei Tausende säumige Zahler ins Visier genommen. Die Brihanmumbai Municipal Corporation (BMC) hat nahezu 7.000 Immobilien beschlagnahmt, wobei die ausstehenden Forderungen insgesamt über 6.000 Crore Rupien (ca. 68 Milliarden Euro) betragen. Bei einer aktuellen Eintreibungsaktion konnten bereits Hunderte von Crore Rupien von denen eingezogen werden, die ihre Schulden beglichen haben.
Für das Haushaltsjahr 2025–26 hat die BMC 6.922 Grundstücke wegen unbezahlter Steuern in Höhe von etwa 6.089 Crore Rupien (rund 70 Milliarden Euro) beschlagnahmt. Davon bleiben 483 weiterhin unter Beschlagnahme, während 210 versteigert werden sollen, falls die Zahlungen ausbleiben. Die Stadtverwaltung schätzt die gesamten ausstehenden Forderungen auf einen Betrag zwischen 6.000 und 10.000 Crore Rupien (70 bis 115 Milliarden Euro), wobei viele Fälle in rechtlichen Auseinandersetzungen feststecken.
Eine entscheidende Änderung der Richtlinien hat die Position der BMC gestärkt. Das 2010 eingeführte Capital Value System (CVS, System der Kapitalwertbesteuerung) ermöglicht es der Behörde nun, Steuern auf Basis des potenziellen Floor Space Index (FSI, Geschossflächenzahl) einer Immobilie zu berechnen. Diese Anpassung hat es der BMC erleichtert, langjährige ausstehende Forderungen effektiver einzutreiben.
Die Eintreibungsmaßnahmen zeigen bereits Wirkung: Bisher haben 2.888 säumige Zahler überfällige Steuern in Höhe von 784,32 Crore Rupien (etwa 9 Milliarden Euro) beglichen. Zudem nimmt die BMC Werbeflächenbetreiber ins Visier, die aufgrund gerichtlicher Streitigkeiten bisher nur 50 Prozent ihrer Steuerschuld gezahlt hatten. Mit der nun geltenden CVS-Regelung erwartet die Stadtverwaltung zusätzliche Einnahmen von 252 Crore Rupien (rund 2,9 Milliarden Euro) durch die 1.696 Werbeflächen – sowohl klassische als auch digitale –, die in ganz Mumbai installiert sind.
Die Grundsteuer bleibt eine entscheidende Einnahmequelle für die BMC. Die laufende Offensive zielt darauf ab, den Rückstau zu verringern und die finanzielle Situation der Stadt zu verbessern. Durch die Anwendung des CVS kann die Behörde nun strengere Maßnahmen durchsetzen, nachdem rechtliche Auseinandersetzungen und frühere Befreiungen die Eintreibung verzögert hatten.
Bisher hat die BMC durch die Rückforderung ausstehender Steuern bereits Hunderte von Crore Rupien eingezogen, und es werden weitere Mittel von Werbeflächenbetreibern erwartet. Die Stadtverwaltung überwacht die beschlagnahmten Immobilien weiterhin und plant Versteigerungen für hartnäckige Schuldner.






