Mord an Paul Prestbakmo: Täter erhalten nach Berufung mildere Strafen
Sebastian VoigtMord an Paul Prestbakmo: Täter erhalten nach Berufung mildere Strafen
Zwei Jugendliche, die 2019 wegen der Messerattacke auf Paul Prestbakmo, bei der dieser getötet wurde, verurteilt worden waren, haben nach einer Berufung eine Reduzierung ihrer Strafen erreicht. Das Urteil verkürzt ihre ursprünglichen lebenslangen Haftstrafen auf das gesetzliche Höchstmaß für jugendliche Straftäter. Prestbakmos Familie kritisiert die Entscheidung als zu milde.
Der 19-jährige Paul Prestbakmo wurde am 16. August 2019 in der Nähe des Semiahmoo-Einkaufszentrums in Surrey erstochen. Er erlitt innerhalb von nur 26 Sekunden 42 Messerstiche. Zwei Jugendliche, die zum Tatzeitpunkt 15 und 16 Jahre alt waren, wurden später des Mordes zweiten Grades für schuldig befunden.
Ursprünglich waren die beiden als Erwachsene zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden, mit einer Mindesthaftdauer von sieben Jahren vor einer möglichen Bewährung. Doch das Urteil wurde nach einem Berufungsverfahren aufgehoben, in dem ein kürzlich ergangenes Urteil des Obersten Gerichtshofs Kanadas angewendet wurde. Im Fall Rex gegen IM hatte das höchste kanadische Gericht eine Verurteilung eines Jugendlichen als Erwachsener im Fall eines Mordes ersten Grades für unzulässig erklärt.
Nach dem Jugendstrafrechtsgesetz beträgt die Höchststrafe für jugendliche Straftäter sieben Jahre, davon vier Jahre in Haft. Die Berufungsrichter passten die Strafen der beiden Jugendlichen an diese Obergrenze an.
Elizabeth Prestbakmo, die Schwester des Opfers, hat sich öffentlich gegen die Entscheidung ausgesprochen. Sie bezeichnete die reduzierten Strafen als "ein Klaps auf die Finger" und warnte, dass die Mörder ihres Bruders bereits im November wieder auf freien Fuß gesetzt werden könnten.
Durch das Berufungsurteil wird die Haftdauer der beiden Jugendlichen auf insgesamt maximal sieben Jahre begrenzt. Ihr voraussichtliches Entlassungsdatum ist nun auf November festgesetzt – sofern keine weiteren rechtlichen Schritte das Ergebnis ändern. Prestbakmos Familie setzt sich weiterhin für strengere Konsequenzen in Fällen von Jugendstrafen ein.






