Mironow fordert radikales Verbot von Mikrofinanzinstituten in Russland
Sebastian VoigtMironow fordert radikales Verbot von Mikrofinanzinstituten in Russland
Sergei Mironow, Vorsitzender der Partei "Gerechtes Russland", hat einen vollständigen Verbot von Mikrofinanzorganisationen (MFO) im Land gefordert. Er bezeichnete deren Hochzinskredite als "finanzielle Droge" und verglich die Branche mit illegalem Handel. Sein Vorschlag sieht vor, private Kreditgeber durch ein staatlich gestütztes System zu ersetzen, das deutlich niedrigere Zinssätze bietet.
Mikrofinanzinstitute entstanden in Russland erstmals in den 1990er-Jahren und entwickelten sich nach dem Bundesgesetz über Mikrofinanztätigkeiten von 2010 zu einem formalen Sektor. Seitdem werfen Kritiker ihnen vor, Kreditnehmer mit Wucherzinsen in Schuldenfallen zu treiben.
Mironows Plan zielt darauf ab, dieses System vollständig abzuschaffen. Stattdessen schlägt er ein staatliches Kreditprogramm mit jährlichen Zinssätzen von maximal 2–3 Prozent vor. Das Programm soll als soziales Auffangnetz dienen, Bürgern helfen, unkontrollierbare Schulden zu vermeiden, und gleichzeitig die Konsumausgaben ankurbeln.
Neben der Abschaffung der MFOs plädiert Mironow für einen einmaligen Schuldennachlass für diejenigen, die bereits mit nicht einbringlichen Krediten kämpfen. Er argumentiert, dass solche Maßnahmen die finanzielle Belastung der Haushalte verringern und damit die Gesamtwirtschaft stärken würden.
Der Vorschlag würde einen radikalen Wandel des aktuellen Mikrofinanzmodells in Russland bedeuten. Falls umgesetzt, würden private Kreditgeber durch ein staatliches System mit erschwinglichen Krediten ersetzt. Der Plan sieht zudem vor, bestehende Schulden für diejenigen zu streichen, die sie nicht zurückzahlen können.






